Die erfolgreiche Ausarbeitung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ist auch auf die Bemühungen von Pakistans Armeechef Asim Munir zurückzuführen. Obwohl er nicht traditionell als Friedensstifter galt, hat der Feldmarschall eine Schlüsselrolle als Vermittler eingenommen. Durch zahlreiche Telefongespräche mit Vertretern beider Seiten hat er maßgeblich dazu beigetragen, die Gespräche am Laufen zu halten – selbst dann, als US-Präsident Donald Trump gedroht hatte, die iranische Zivilisation auszulöschen. In letzter Minute konnte eine Feuerpause vereinbart werden, was auch Munirs Verdienst ist.
Trump kündigte kurz vor Ablauf seines Ultimatums eine zweiwöchige Waffenruhe auf Bitte von Munir und Premierminister Shehbaz Sharif an. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bestätigte später die Aussetzung der Angriffe und dankte den «lieben Brüdern» Munir und Sharif für ihren Einsatz zur Beendigung des Krieges in der Region.
Pakistan hat für Freitag Gespräche zwischen beiden Konfliktparteien in Islamabad vorgeschlagen. Die Iraner haben bereits zugesagt, während Trump noch unentschlossen ist. Es bleibt offen, ob direkte Verhandlungen stattfinden und ob eine Basis für Friedensgespräche geschaffen werden kann. Doch schon der Fortschritt bis hierhin wird als diplomatischer Erfolg gewertet.
Munir, auch «Mullah-General» genannt wegen seiner Frömmigkeit, gilt als Hardliner. Er zitiert regelmäßig aus dem Koran und beschreibt den Konflikt mit Indien als Zivilisationskrieg zwischen Muslimen und Hindus. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern stammt er nicht aus einer traditionellen Offiziersfamilie und hat keine westliche Militärakademie besucht. Dennoch baute er eine enge Beziehung zu Donald Trump auf, der ihn in zwei Gelegenheiten im Weißen Haus als «liebsten Feldmarschall» bezeichnete.
Unter Munir erreichte das Amt des Armeechefs einen Höhepunkt an Macht. Nach dem Konflikt mit Indien wurde er zum Feldmarschall befördert und genießt lebenslange Immunität durch eine Verfassungsänderung.
Nach dem Angriff auf den Iran trat Munir rasch als Vermittler in Erscheinung und führte zahlreiche Telefongespräche mit Vertretern der USA, des Irans sowie regionaler Staaten. Er erhielt Unterstützung von Außenminister Ishaq Dar und anderen internationalen Akteuren.
Obwohl direkte Gespräche nicht zustande kamen, dienten die Pakistaner als Mittler für gegenseitige Forderungen zwischen Teheran und Washington. Munir entwickelte auch Verbindungen zu den iranischen Revolutionswächtern. Ein von Islamabad vorgeschlagener Plan sah eine Waffenruhe vor, in der formelle Friedensgespräche beginnen sollten.
Iran forderte von den USA unter anderem die Anerkennung seiner Kontrolle über die Straße von Hormuz und das Recht auf Urananreicherung. Nach Verkündung der Feuerpause behauptete Teheran, Washington habe ihren Forderungskatalog akzeptiert.
Obwohl es schwierig sein wird, in einigen Punkten zu einer Einigung zu kommen, haben die Pakistaner bereits Skeptiker widerlegt und einen bedeutenden diplomatischen Erfolg erzielt, wie der Südasien-Experte Michael Kugelman feststellt. «Heute Abend hat Pakistan seinen größten diplomatischen Sieg seit Jahren errungen.»