Die kürzlich verkündete Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran hat auf dem Ölmarkt zu einer spürbaren Beruhigung geführt. Trotz anhaltender Unsicherheit zeigen sich erste positive Reaktionen.
Nach langer Phase steigender Preise, beeinflusst durch die Drohungen der US-Regierung und die Blockade der Strasse von Hormuz, hat die Aussicht auf eine Öffnung dieser wichtigen Meerenge den Markt belebt. Avenergy Suisse berichtet gegenüber Nau.ch von einem über Nacht um 15 Prozent gefallenen Ölpreis, von 111 auf 95 Dollar.
“Der rasche Preisrückgang zeigt, wie sehr der Markt geopolitische Risiken einberechnet und darauf reagiert,” erläutert Avenergy Suisse. Eine stabile Lage genügt demzufolge bereits, um die Preise zu senken. “Wenn sich der Ölpreis auf diesem Niveau hält, ist mittelfristig mit sinkenden Kosten an den Tankstellen zu rechnen,” so die Prognose.
Wie schnell diese Erleichterung bei den Autofahrern ankommt, bleibt ungewiss. Die Euphorie ist gedämpft, da die aktuelle Lage als fragil gilt. “Die Entspannung ist erkennbar, doch der Optimismus im Markt verhält sich zurückhaltend,” betont Avenergy Suisse.
Zu den Unsicherheiten zählt, dass die Waffenruhe jederzeit gebrochen oder Verhandlungen scheitern könnten. Eine Eskalation würde unmittelbare Auswirkungen auf den Ölpreis haben. Der Touring Club Schweiz (TCS) weist darauf hin, dass ein Rückgang der Rohölpreise allein nicht ausreicht; entscheidend sei die langfristige Senkung der Endverbraucherpreise für Diesel und Benzin.
Grossbetriebe im Tankstellenbereich der Schweiz halten sich mit Prognosen zurück. Neben dem Rohölpreis beeinflussen lokale Wettbewerbsbedingungen, Steuern, Standortkosten sowie Wechselkurse die Preise an der Zapfsäule. Matthias Hübscher von Volenergy ergänzt dazu entsprechende Faktoren.