Cholesterin im Blut hat einen schlechten Ruf: Es ist zwar essentiell für Zellen und Hormone wie Östrogen und Testosteron, kann aber bei Überschuss die Gefäße verengen. Das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall steigt dadurch. LDL-Cholesterin und Triglyceride spielen hier eine besonders schädliche Rolle. Die Frage ist, ob Lebensstiländerungen Cholesterinspiegel senken können. Isabella Sudano vom Universitätsspital Zürich erklärt, dass Rauchen aufhören zwar nicht direkt den LDL-Spiegel beeinflusse, aber das Risiko von Gefässverkalkungen drastisch reduziere. Ulrich Laufs aus Leipzig ergänzt: Schädliche Substanzen im Rauch beschädigen die Gefässwände und fördern Ablagerungen. Ohne Zigaretten sinkt das Herz-Kreislauf-Risiko signifikant. Laufs betont, dass Bewegung allein den LDL-Spiegel nicht senkt, aber das Endothel schützt und somit indirekt vor Verkalkungen bewahrt. Regelmäßiger Sport – ob Radfahren oder Tanzen – ist empfohlen. Triglyceride können durch Kombination von Ausdauer- und Kraftsport gesenkt werden. Ernährung spielt ebenfalls eine Rolle: Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren und pflanzliche Lebensmittel unterstützen die Gesundheit der Blutgefässe. Doch Ernährungsänderungen allein sind oft nicht ausreichend; sie senken den LDL-Spiegel meist nur um 10 bis 15 Prozent. Bei intensiver Veränderung des Lebensstils kann es jedoch zu einer Senkung um bis zu 30 Prozent kommen, was aber selten ist. Für Triglyceride wirkt eine Ernährungsumstellung stärker: Reduzierung von Übergewicht und Alkoholkonsum sowie der Zuckeraufnahme sind entscheidend. Trotzdem haben einige Menschen genetisch bedingte Hypercholesterinämie, die nur mit Medikamenten behandelt werden kann. Statine senken den Cholesterinspiegel effektiv und sind häufig verschrieben. Sie sollten in bestimmten Fällen langfristig eingenommen werden, etwa bei bereits bestehenden Ablagerungen oder nach Herzinfarkt. Sowohl Isabella Sudano als auch Ulrich Laufs betonen die Wichtigkeit einer individuellen Herangehensweise zur Behandlung von Cholesterinproblemen.