Der Buckelwal Timmy, der in der Ostsee gestrandet war, wird von einem Team um die Biologin Anja Gallus vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund untersucht. Ziel ist es herauszufinden, ob Verletzungen oder Parasiten wie Würmer zur Schwächung des Tieres geführt haben. Nach dem Tod und der Bestätigung durch Veterinäre wird die Wal-Leiche entweder per Schwerlasttransporter oder auf einem Schiff zum Nautineum auf Dänholm gebracht, wo Anja Gallus’ Team arbeitet. Dort bietet eine große, stabile Fläche ideale Bedingungen für die Obduktion, bei der bis zu 30 Fachleute beteiligt sind und internationale Protokolle befolgt werden. Zuerst wird das äußere Erscheinungsbild des Wals untersucht, dann erfolgt ein Zerlegen unter Nutzung von Flensmessern. Diese Prozesse erfordern viel Kraft; sie finden ohne Kran oder Motorsäge statt. Die Fettschicht wird mit speziellen Schnitten und Seilen entfernt. Nicht benötigte Teile werden entsorgt. Die inneren Organe werden gewogen, vermessen und auf Schäden sowie Parasiten untersucht. Gewebeproben werden im Labor analysiert, um Viren, Bakterien oder Krankheiten zu identifizieren – die Ursache des Todes herauszufinden ist das Hauptziel. Proben werden für zukünftige Forschung über Jahre aufbewahrt. Das Deutsche Meeresmuseum plant nicht, Organe als Ganzes zu konservieren, da dies technisch sehr schwierig wäre. Auch ein Ausstellen des Skeletts wird in Erwägung gezogen, jedoch nur bei Bedarf und nach entsprechender Konservierung. Die Obduktion dauert zwei Tage: einen für die Probennahme, den anderen für das Entfleischen der Knochen. Der Prozess ist glitschig und kann unangenehmen Geruch verursachen, besonders wenn die Leiche nicht schnell genug konserviert wird. Zuschauer sind in der Regel willkommen, doch aufgrund von Drohungen gegen das Team müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Die Organisation hat Beleidigungen und Anfeindungen ertragen müssen, was zu erhöhten Schutzmaßnahmen geführt hat.