Der Zürcher Lettenkanal ist nach drei Monaten Trockenperiode seit Dienstagmittag wieder in Betrieb. Badende können ab nächster Woche bei knapp zehn Grad Wassertemperatur den Kanal nutzen, wie die kantonale Baudirektion mitteilte. Derzeit sind nur wenige Schwimmer bereit, sich diesen Frühsommertemperaturen zu stellen, während am Utoquai und im Freibad Seebach bereits vergangenen Samstag Temperaturen von 12 Grad fürs Baden sorgten.
Der Kanal wurde abgesenkt, um eine Anlage zur Unterstützung wandernder Fische wie Äschen und Barben zu errichten. Diese benötigen einen Aufstieg über das Platzspitzwehr, welcher nun in Bau ist. Dieser kompakte Aufstieg mit speziellen Strömungen und Kurven soll die Fische ab dem Winter testen lassen, bevor er im Frühling 2028 vollständig in Betrieb genommen wird.
Zusammen mit der neuen Anlage wird das Platzspitzwehr durch eine moderne Metallkonstruktion ersetzt. Das aktuelle Holzwehr aus den frühen 1950ern regulierte bislang den Pegel des Zürichsees und versorgte rund 9000 Haushalte über das Flusskraftwerk Letten mit Strom, welches nun wieder in Betrieb genommen wird.
Die Bauarbeiten sind aufgeteilt: Der Kanton trägt die größere Kostenlast von 32,3 Millionen Franken bei, während die Stadt und der Bund ebenfalls finanziell beteiligt sind. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 38,7 Millionen Franken.
Während des niedrigen Wasserstands nutzte die Stadt Zürich die Gelegenheit für Unterhaltsarbeiten an den Kanalmauern und entsorgte dabei 7,5 Tonnen Müll. Bemerkenswert war die Auffindung von zwei Schusswaffen, die zur weiteren Untersuchung der Polizei übergeben wurden.