Der langjährige Politiker Martin Bäumle, bekannt als Gründer der GLP und ehemaliger Stadtrat von Dübendorf, äußert sich skeptisch über eine mögliche Fusion von Flughafengemeinden mit Zürich. Trotz seines Abschieds nach 28 Jahren im Amt betont er seine Verwurzelung in der Agglomeration, die für ihn das perfekte Mischverhältnis aus urbanen und ländlichen Elementen darstellt. Er beschreibt Dübendorf als ein dynamisches Zentrum zwischen beiden Welten, mit einer Entwicklung von Ackerflächen zu Hochhausquartieren.
Bäumle sieht die Agglomeration als eigenständigen Raum an, der seine Identität bewahrt hat und sich positiv entwickelt. Er ist stolz auf das Wachstum von Dübendorf, das durch eine flexible Bau- und Zonenordnung ermöglicht wurde. Obwohl es Kritik gibt, dass die Skyline fehlerhaft geplant sei, betont er dennoch den Erfolg der Gemeinde bei der Umwandlung von Brachland in einen Innovationspark.
Die Idee einer stärkeren Zusammenarbeit oder gar Fusion unter dem Namen “New Zurich” sieht Bäumle zurückhaltend. Er glaubt nicht an eine umfassende Vereinigung, da die Gemeinden ihre Autonomie schätzen und jede ihren eigenen Weg gehen sollte. Dennoch betont er den Wunsch, das Potenzial der Agglomeration zu zeigen, um eine stärkere Position gegenüber Zürich einzunehmen.
Politisch hebt Bäumle die Unterschiede zwischen dem urbanen Zentrum und der ländlichen Umgebung hervor. In Dübendorf ist es schwieriger, Mehrheiten für ökologische Anliegen zu gewinnen, während finanzielle Sorgfalt geboten wird. Trotz eines erheblichen Bevölkerungswachstums sieht Bäumle die Agglomeration als offener und weniger von “Dichtestress” betroffen an.
Bäumle kritisiert jene, die Dübendorf für seine Architektur verunglimpfen, und verteidigt den Ansatz des Neubaus gegenüber der Erhaltung alter Strukturen. Trotz einer knappen Niederlage bei den letzten Wahlen sieht er keine Notwendigkeit zur Änderung in der Ausrichtung seiner Partei. Seine Erfahrungen haben ihn gelehrt, dass größer werdende Verwaltungen ineffizienter werden können, und so bleibt er der Meinung, dass jede Gemeinde ihre eigene Identität bewahren sollte.