«Was würdest du bereuen, wenn du heute sterben müsstest?» Diese Frage stellt Kihoo Kim gleich zu Beginn des Seminars. Es erscheint mir als eine tiefgreifende und zugleich herausfordernde Überlegung, insbesondere für jemanden in meinen Zwanzigern.
Mira Weingart moderiert bei SRF Virus und ist Teil der Sendung «Zwei Reisen», wenn sie nicht auf Abenteuerreise ist. Das Seminar findet in Namyangju, Südkorea statt, wo ich mich intensiv mit dem eigenen Lebensende auseinandersetze.
Diese Auseinandersetzung scheint weit verbreitet zu sein; Kihoo Kim berichtet von regelmäßig ausgebuchten Seminaren. Léa Burger von der SRF-Fachredaktion Religion merkt an: «Die Corona-Pandemie hat uns die Verletzlichkeit des Lebens noch deutlicher vor Augen geführt, was zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit dem Tod führte. Sterben und Tod sind Themen, die in verschiedenen Medien wie Tagebüchern, Podcasts oder Festivals zunehmend populär werden.»
Während des Seminars erlebe ich kuriose Momente, die fast komisch wirken – vielleicht beeinflusst durch meinen Hang zum Galgenhumor und kulturelle Unterschiede. Ein Videoexperiment mit dramatischen Katastrophen verlangt nach voller Konzentration.
Tief berührend ist dann das Formulieren der Inschrift für den eigenen Grabstein: «Die, die geliebt hat», entscheide ich mich zu schreiben. Auch beim Schreiben meines Abschiedsbriefes, dem Herzstück des Seminars, fühle ich tiefe Emotionen und Weinen überkommt mich.
Léa Burger erklärt: «Das Nachdenken über den Tod lehrt uns, dass das Leben endlich ist. Dies weckt ein Bewusstsein für die Dringlichkeit zu leben und das Beste daraus zu machen.»
Die nächste Übung erfordert vom Einlegen in einen Sarg – eine Herausforderung an meine Atmung und mein Gemüt. Bei der anschließenden «Todesmeditation» reflektiere ich über die Einstiegsfrage erneut: Ich entscheide, mein Wohlbefinden künftig nicht länger hintenanzustellen.
Vielleicht wäre es auch anderen Menschen hilfreich, sich ehrlich dieser Frage zu stellen – ohne einen echten Sarg. Sind Sie bereit dafür?
Jonny Fischer von Divertimento und Mira Weingart erkunden auf «Zwei Reisen» gegensätzliche Regionen mit persönlichen Abenteuern und Emotionen.
Alle Folgen sind auf Play SRF verfügbar.
SRF 2, Zwei Reisen, 3.4.2026, 20:15 Uhr; liea