In einer Bucht vor der Insel Poel liegt seit über einer Woche ein kranker Buckelwal namens «Timmy». Zuletzt hat er sich wieder leicht bewegt, wie das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern gegenüber T-Online berichtete. Trotz dieser Bewegung bleibt die Situation des Wals ernst; er gilt als sterbend.
Ein Hauptproblem ist laut Bianca König von Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland das Gewicht des Buckelwals und das flache Wasser, welches seine Organe zusätzlich belastet. «Das führt zu Organversagen und Kreislaufkollaps», erklärte sie der Deutschen Presse-Agentur.
Die geschädigte Haut durch den niedrigen Salzgehalt des Wassers verschlimmert die Lage; Blasenbildung bietet Möwen die Möglichkeit, die Wunden auszunutzen. Die Besiedlung durch Pilze und Bakterien schwächt das Tier weiter.
Till Backhaus, der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, gab an, dass ein Konzept für eine Bergung nach dem Tod des Wals fertig sei. Diese müsse zwei Tage vorbereitet werden und einen Tag dauern. Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark seien vertraglich gebunden.
Die aktive Tötung des Wals ist keine Option, so König. Weder das Einschläfern noch eine Schusswaffe sind praktikabel oder ethisch vertretbar. Ein Sprengsatz unter dem Kopf wäre theoretisch die effektivste Methode, jedoch aus moralischen und logistischen Gründen abzulehnen.
Kate Wilson von der International Whaling Commission (IWC) beschrieb jede Walstrandung als einzigartige Herausforderung. Faktoren wie Größe des Tieres, Strandlage, Wetter und Gezeiten spielen eine Rolle. «Timmy» hatte sich zudem in Fischereiausrüstung verfangen, was seine Lage verschlimmerte.
SRF 4 News berichtete am 1. April 2026 um 16 Uhr darüber.