Das Stadtparlament hat eine Erhöhung der jährlichen Subventionen um 7,3 Millionen Franken ab dem Jahr 2027 bewilligt. Diese Entscheidung erfolgte trotz sichtbaren Misstrauens gegenüber der Führung des Kunstmuseums. Das Kunsthaus Zürich leidet seit der Eröffnung seines neuen Gebäudes unter einem strukturellen Defizit, obwohl die Besucherzahlen hoch sind. Die städtischen Beiträge sollen von 18,5 Millionen auf etwa 25,8 Millionen Franken pro Jahr steigen.
In der Diskussion herrschte Einigkeit darüber, dass der Businessplan des Erweiterungsbaus aus dem Jahr 2011 fehlerhaft war. Insbesondere wurde der Personalbedarf unterschätzt: Rund 50 zusätzliche Stellen waren notwendig für die Verwaltung der verdoppelten Ausstellungsfläche. Anne-Catherine Nabholz von der GLP fasste das Problem zusammen: “Wir haben groß gebaut und vergessen, das nötige Personal einzuplanen.”
Die SVP äußerte Skepsis über die finanzielle Misere. Stefan Urech (SVP) fand es unverständlich, dass mehr Geld gefordert werde trotz der hohen Besucherzahlen: “Je mehr Besucher kommen, desto größer ist unser Minus”, so seine Kritik.
Urechs Hauptkritikpunkt waren die hohen Gehälter im Führungsteam. Die Direktorin Ann Demeester verdient 310.000 Franken jährlich – mehr als die Stadtpräsidentin. Urech bemängelte auch den Mangel an Transparenz: Dokumente zur Wirtschaftlichkeit oder Vergleiche mit anderen Museen wurden nicht offengelegt.
Laut Urech wird lediglich eine “elitäre Kultur” subventioniert, die nur für eine kleine, gebildete Gruppe zugänglich ist. Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) betonte hingegen: “Nur so kann das grösste Kunstmuseum der Schweiz seine Qualität erhalten.” Ablehnung der Subventionsaufstockung könnte zu Personalabbau oder fehlenden Sanierungsgeldern führen.
Die Zustimmung des Parlaments war jedoch an Bedingungen geknüpft. Auf Druck der Grünen wurde die Erhöhung bis 2033 befristet, um eine erneute Evaluation vorzunehmen. Zudem muss ein Teil der zusätzlichen Mittel zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Einhaltung des Gesamtarbeitsvertrags verwendet werden.
Als Gegenleistung für die erhöhten Steuergelder soll das Kunsthaus künftig an mindestens vier Tagen im Jahr freien Eintritt für Zürcher Bürger bieten – bisher ist der Eintritt in die eigene Sammlung nur mittwochs kostenlos.
Das Gesamtpaket beinhaltet auch jährlich 3,3 Millionen Franken zusätzlich für den baulichen Unterhalt durch die Stiftung Zürcher Kunsthaus. Der Zusatzkredit wurde mit einer klaren Mehrheit von 100 zu 16 Stimmen genehmigt, wobei SVP und einige Grüne dagegen stimmten.
Die höheren Subventionen müssen noch bei den Zürcher Stimmbürgern abgestimmt werden. Der bevorstehende Abstimmungskampf verspricht intensiv zu werden, nachdem die hitzige Debatte im Parlament stattgefunden hat.