Jacqueline Fehr, die Justizdirektorin von Zürich, zeigt sich «erschüttert» und «ratlos» angesichts der Tatsache, dass im letzten Jahr 34 Menschen im häuslichen Bereich getötet wurden. Über hundert Personen erlitten Verletzungen oder Traumata bei unvollendeten Mordversuchen; die meisten Opfer sind Frauen. Fehr führt diese erschreckenden Zahlen auf strukturellen Patriarchalismus zurück, da Frauen in der Gesellschaft nicht als gleichwertig angesehen werden, was sie automatisch zu Opfern macht und Männer zu Tätern. Sie strebt an, Politik, Justiz, Medien und Schulen von diesem Weltbild zu überzeugen, um Mittel für Präventionsprogramme freizusetzen. Mit dem Begriff «Femizid» sieht sie eine Möglichkeit, ihre Wählerschaft langfristig zu binden.
Ein Thema, das Fehr weitgehend ignoriert, ist die Überrepräsentation ausländischer Männer sowohl als Opfer als auch als Täter bei häuslicher Gewalt im Vergleich zur Schweizer Bevölkerung. Sie kritisiert, dass häufig Alibidiskussionen geführt werden, indem man das Problem auf Ausländer reduziert. Sind «Ausländer und häusliche Gewalt» ein Ablenkungsmanöver oder eine Verschwörungstheorie der Fremdenfeinde?
Das Bundesamt für Statistik veröffentlichte im letzten Jahr eine Zusatzerhebung zur polizeilichen Kriminalstatistik. Zwischen 2019 und 2023 wurden in der Schweiz 131 Menschen im häuslichen Bereich getötet, wobei 44 Prozent der Täter Ausländer waren. Bei den 281 versuchten Tötungsdelikten betrug dieser Anteil 55 Prozent.
Der Bericht zeigt: «Ausländische Männer haben mit 1,7 pro 100 000 Einwohner eine rund 2,8-mal höhere Tatverdächtigenbelastungszahl als Schweizer Männer (0,6).» Dies bedeutet, dass ausländische Männer im häuslichen Bereich fast dreimal so gewalttätig sind wie Schweizer. Unterschiedliche Formen des Patriarchats könnten hier eine Rolle spielen.
Die Überrepräsentation von Ausländern als Täter ist auch außerhalb des häuslichen Bereichs auffällig. Die Kriminalstatistik 2025 zeigt, dass Ausländer bei schwerer Gewalt stark übervertreten sind; jede zweite Vergewaltigung wurde von einem Ausländer verübt (54 Prozent). Bei häuslicher Gewalt waren im Jahr 2024 auch ausländische Frauen als Täterinnen öfter zu finden als Schweizer Männer. Dennoch bleibt Fehr bei ihrer These: «Häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt haben ihren Ursprung im Patriarchat.»