In einer emotionalen Ansprache kündigte Cindy McCain ihren vorzeitigen Rücktritt als Chefin des UNO-Welternährungsprogramms (WFP) an, nachdem sie sich nicht vollständig von den Folgen eines Hirnschlags im Vorjahr erholt hatte. Sie dankte ihrem Team für deren Unterstützung und Engagement.
Das WFP steht vor großen Herausforderungen: Der weltweite Hunger steigt wieder an, während das Budget um vier Milliarden Dollar gekürzt werden musste. Dies führte zur Streichung von rund 6000 Stellen bei insgesamt 20’000 Mitarbeitern. Die Kürzungen sind vor allem auf die reduzierten finanziellen Beiträge der Geberländer, darunter die USA als Hauptfinancier, zurückzuführen.
McCain, eine Republikanerin, wurde von US-Präsident Joe Biden für diese Position nominiert. UNO-Chefsprecherin Alessandra Vellucci lobte ihr Engagement und ihre Reformen innerhalb der Organisation. Kritik gab es vereinzelt, weil sie während des Gaza-Kriegs die amerikanische und israelische Regierung nicht härter kritisiert habe, obwohl sie sich mehrfach für einen Waffenstillstand stark machte.
Nun muss ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden werden. US-Präsident Donald Trump plant ebenfalls eine Nominierung. Der UNO-Generalsekretär António Guterres steht vor der schwierigen Entscheidung, ob er diesen Vorschlag annimmt, was die Gefahr birgt, dass das WFP stärker den USA untergeordnet wird, oder ob er sich dagegen entscheidet und damit Trumps Abkehr von den Vereinten Nationen verstärkt.
Der US-Botschafter bei der UNO, Mike Waltz, sieht die Organisation lediglich für Friedensbemühungen verantwortlich. Humanitäre Hilfe und Menschenrechte sollen demnach nicht zu ihren Hauptaufgaben gehören. Die USA haben ihre Beiträge für 2025 nur teilweise und für 2026 gar nicht bezahlt.
Eine Hoffnung besteht darin, dass Trump jemanden nominiert wie in seiner ersten Amtszeit David Beasley, der das WFP erfolgreich führte und sogar den Friedensnobelpreis gewann. Beasley hatte sich leidenschaftlich für die Mission des WFP eingesetzt.
Zweifel bestehen jedoch daran, ob Trump erneut jemanden vorschlagen wird, der im Sinne der Hungernden handelt, und nicht nur den eigenen Interessen folgt.