Ein von der Gewerkschaft Ufo organisierter Warnstreik des Kabinenpersonals hat den Betrieb der Lufthansa weitgehend zum Erliegen gebracht. Hunderte Flüge wurden gestrichen, was Reisende und die Airline selbst zur Unzeit trifft. Der dritte Ausstand in diesem Jahr deutet darauf hin, dass weitere Streiks bevorstehen könnten.
Am Frankfurter Flughafen war der Betrieb trotz des Streiks noch eingeschränkt möglich: Einige Maschinen konnten nach Madrid, Valencia, St. Louis und Chicago sowie London Heathrow starten. Jedoch galt für die meisten anderen Verbindungen der Status ‘annuliert’ laut dem Abflugplan.
Nach Angaben des Flughafenbetreibers wurden in Frankfurt 580 Flüge gestrichen; ein ähnliches Bild zeigte sich in München, Berlin und Düsseldorf. Zum Ende der Osterferien führte der Streik zu erheblichen Ausfällen bei Lufthansa. Die Gewerkschaft Ufo hatte etwa 20.000 Flugbegleiter zum Arbeitsausstand von Mitternacht bis 22 Uhr aufgerufen, um ihre Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen durchzusetzen.
Die Forderungen beinhalten längere Ruhezeiten und besser planbare Einsätze für die Beschäftigten sowie einen Sozialtarifvertrag für die rund 800 Angestellten der Cityline. Lufthansa plant jedoch, den Betrieb des Regionalfliegers im nächsten Jahr einzustellen.
Ufo bemängelte in einer Stellungnahme von Joachim Vázquez Bürger, dass die Verantwortung bei Lufthansa liege, da sie kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt habe. Die Airline wies diesen Vorwurf zurück und betonte, konkrete Vorschläge unterbreitet zu haben.
Die geopolitischen Spannungen durch den Konflikt um den Iran sowie die steigenden Kerosinpreise belasten zudem den Luftfahrtkonzern. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erklärte, dass die Mehrkosten bei rund 1,5 Milliarden Euro liegen und eine Preissteigerung für Kunden unumgänglich sei.
Die genauen Kosten durch Entschädigungen der gestrichenen Flüge bleiben unklar, doch Lufthansa arbeitet an Ersatzflügen. Der Konflikt um die Altersversorgung der Piloten bleibt ebenfalls offen; eine mögliche Streikabstimmung bei Eurowings wurde Anfang März durchgeführt.
Einen positiven Ausgang gibt es lediglich für Beschäftigte des 2023 gegründeten Tochterunternehmens City Airlines, die sich mit Verdi auf einen Tarifvertrag geeinigt haben. Laut Verdi sind Gehaltserhöhungen von bis zu 35 Prozent geplant.
Doch ob diese Einigung als Modell für andere Konflikte dient, bleibt abzuwarten.