Die gegenwärtige wirtschaftliche Krise in Russland ist laut Ökonomin Natalia Subarewitsch das Resultat staatlicher Haushaltspolitik. Sie kritisiert die hohen Ausgaben in der Rüstungsindustrie, die zu starken Inflationsanstiegen führten und nun andere Unternehmen bremsen. Viele zivile Branchen melden Verluste; trotz hoher Löhne konsumieren Menschen weniger aufgrund des anhaltend hohen Preisdrucks. Das Wirtschaftswachstum schrumpft in Bereichen wie dem Detailhandel, während Restaurants und Bars durch neue Steuern belastet werden, was zu einem Rückgang der Arbeitsplätze führt. Selbst in Großstädten verlangsamt sich die Wirtschaft.
Um das Haushaltsdefizit infolge niedriger Ölpreise auszugleichen, erhöhte der Kreml 2025 die Steuern für KMUs, die einen größeren Anteil an der Wirtschaft haben als Öl- und Gasexporte. Subarewitsch betont, dass Russlands Probleme hausgemacht sind.
Für die Zukunft sieht sie keine neuen Wachstumstreiber, abgesehen von den möglichen Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten oder einer globalen Wirtschaftskrise. In solchen Fällen könnten andere Exporte wie Weizen, Gas und Dünger teurer werden, was positiv auf die Staatskasse wirken würde.
Russland profitiert derzeit von Trumps Handeln: Ölpreise steigen, und russisches Öl wird für einige Länder zur einzigen Option. Die USA lockerten zeitweise Sanktionen, sodass russisches Öl bis zum 11. April erneut gekauft werden kann.
Wachtang Parzwania, ein georgischer Ökonom, meint, dass asiatische Staaten wie die Philippinen oder Thailand um eine Verlängerung dieser Lockerungen bitten könnten, da sie stark unter den Engpässen leiden. Für Russland sei die Entspannung im Sanktionsregime wichtiger als der momentane Ölpreis. Parzwania sieht darin ein Signal für veränderte US-Prioritäten und warnt davor, dass Firmen und Länder möglicherweise die Regeln umgehen könnten.
Die Zukunft hängt davon ab, ob diese Lockerungen am 11. April fortgesetzt werden. Parzwania ist jedoch skeptisch, ob Mehreinnahmen in der Ölbranche den breiten Abwärtstrend ändern könnten und glaubt nur an eine temporäre Stützung schwächelnder Sektoren.
Entscheidend für die Zukunft Russlands sei laut Subarewitsch das Verhalten des Kreml. Während der Regierung Geld fehlte, erhöhte sie die Steuern auf Unternehmen. Die Frage ist nun, ob diese Maßnahmen rückgängig gemacht werden. Aktuell scheint dies unwahrscheinlich; geplante Sparmaßnahmen könnten zurückgezogen und das Geld in die Rüstung investiert werden.