Julian Amrein berichtet über einen Fall von Salmonellenbefall bei einem Weichkäse aus dem Entlebuch, der Fragen zur Effizienz der bundesweiten Warnsysteme aufwirft. Die Käserei Landbrügg in Schüpfheim hat den Befall entdeckt und reagierte umgehend mit einem Rückruf ihres gesamten Sortiments sowie einer Benachrichtigung der Behörden. Allerdings erfolgte die Warnung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erst vier Tage später, am 7. April, was auf Verzögerungen in den Informationskanälen hinweist.
Laut Berichten von zentralplus und dem “Tages-Anzeiger” wurde die Käserei bereits am 3. April aktiv und informierte ihre Kunden sowie Behörden über das Gesundheitsrisiko, was die verspätete Warnung des BLV in Frage stellt. Susanne Losio, stellvertretende Kantonschemikerin, bestätigte gegenüber der Zeitung, dass Informationen bereits am 3. April beim BLV eingegangen seien. Auch Coop und Migros hatten den Vorfall an diesem Tag publiziert.
Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, kritisiert die wiederkehrenden Verzögerungen beim BLV scharf. Sie fordert ein effizienteres System und verweist auf das Abkommen zur Lebensmittelsicherheit mit der EU als mögliche Lösung durch den Beitritt zum “Rapid Alert System for Food and Feed”.
Die Käserei Landbrügg bleibt vorerst geschlossen, während die Ursachenforschung für den Salmonellenbefall noch im Gange ist. Remo Fraefel von Baumann Käse gibt an, dass der Wiedereröffnungstermin noch ungewiss ist.
Verwendete Quellen:
Schriftlicher Austausch mit Remo Fraefel, Artikel des “Tages-Anzeigers”, Warnung des BLV.