Noch vor einigen Monaten erklärte JD Vance, dass es nicht im Interesse der USA liege, gegen den Iran Krieg zu führen. Trotzdem warnte er intern, als Präsident Donald Trump Ende Februar einen Angriff auf den Iran befahl. Trump gab später zu, Vances Unbehagen bemerkt zu haben, doch dieser habe ihm seine Unterstützung zugesichert.
Diese Loyalität trug dazu bei, dass Vance von Trump für das Amt des Vizepräsidenten nominiert wurde. Bereits am Tag der Nominierung betonte er, dass bedingungslose Unterstützung die wichtigste Aufgabe eines Vizepräsidenten sei: “Trump kann nicht überall sein und ich werde ihn im In- und Ausland vertreten, wo es notwendig ist, um die politische Agenda voranzutreiben.”
Vance war einst Kritiker von Trump, wie er in seinem Bestsellerbuch “Hillbilly Elegy” vor zehn Jahren darstellte. Darin schildert er seine Kindheit unter schwierigen Bedingungen in Ohio und seinen Weg zum Erfolg.
Nach Diensten im US-Marine-Korps und dem Abschluss an der renommierten Yale Law School arbeitete Vance als Anwalt und Risikokapitalmanager, bevor er sich der Politik zuwandte. Er betrachtet seine Vergangenheit heute als Segen: “Meine Geschichte ermöglicht mir als Politiker eine andere Perspektive auf Menschen und ihr Leben.
Nun steht es an, diese Erfahrung in den Iran-Verhandlungen unter Beweis zu stellen. Vance hat nur zwei Jahre im Senat verbracht, bevor er 2025 Vizepräsident wurde. Er startete energisch ins Amt und brüskierte Europa bei der Münchner Sicherheitskonferenz mit der Aussage, die größte Gefahr für Europa liege nicht außen, sondern innen.
Kurz danach sorgte er im Oval Office mit Vorwürfen von Respektlosigkeit gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski für einen Eklat. Danach trat er seltener in Erscheinung; stattdessen stand Außenminister Marco Rubio, der als Anführer der harten Linie Trumps gilt, häufig an seiner Seite.
Trotzdem wurde Vance die kritische Mission der Verhandlungen mit dem Iran übertragen. Diese ist entscheidend für ein dauerhaftes Abkommen und persönlich wichtig für seine Überlegungen zu einer Präsidentschaftskandidatur. Falls er sich als Vermittler profilieren kann, könnte er bei den republikanischen Wählern viele Punkte holen.