Die direkten Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran unter Vermittlung Pakistans endeten am frühen Sonntagmorgen in Islamabad ergebnislos. US-Vizepräsident J.D. Vance bestätigte, dass keine Einigung während der Verhandlungen erzielt wurde. Fredy Gsteiger, diplomatischer Korrespondent von SRF, kommentiert die Situation.
Fredy Gsteiger ist bei Radio SRF als diplomatischer Korrespondent und stellvertretender Chefredaktor tätig. Zuvor war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor sowie Paris-Korrespondent der «Zeit» und Chefredaktor der «Weltwoche».
Die Verhandlungen dauerten 21 Stunden, inklusive Pausen. Dies ermöglichte es beiden Parteien, die Positionen des jeweiligen Gegners besser kennenzulernen. Erstmals seit Jahrzehnten fanden diese Gespräche direkt statt und nicht nur über einen Vermittler. Trotzdem kam man zu keiner Einigung oder auch nur zu grundsätzlichen Übereinkünften. Die Standpunkte sind, wie erwartet, weit auseinander, mit geringer Bereitschaft zur Kompromissfindung auf beiden Seiten und mangelndem Vertrauen in die Intentionen des Gegners.
Eine weitere Runde könnte dennoch anstehen, da J.D. Vance vor seiner Abreise aus Islamabad ein letztes US-Angebot hinterließ.
Die Differenzen umfassen zahlreiche Themen, wobei Fortschritte bei Einzelaspekten verzeichnet wurden. Die größten Streitpunkte betreffen die Lage in der Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm. Der Iran zeigt sich nicht bereit, den Zugang zur Meerenge wieder freizugeben – eine Forderung, die auch internationales Recht unterstützt. Die USA fordern dagegen einen glaubwürdigen Verzicht Irans auf Atomwaffen und deren Mittel, einschließlich der Aufgabe hoch angereichertem Urans sowie eines zukünftigen Verzichts auf Urananreicherung.
Die iranische Führung sieht diese Anforderungen als unverhältnismäßig. Die Zukunft dieser Gespräche hängt davon ab, ob man eine Einigung noch für möglich oder zumindest wünschenswert erachtet. Pakistan hebt die Notwendigkeit der Fortsetzung des Waffenstillstands hervor und betont, dass keiner der Konfliktparteien bei einer Eskalation profitiert.
SRF 4 News, 12.04.2026, 07:00 Uhr