Die am frühen Sonntagmorgen in Islamabad beendeten direkten Gespräche zwischen den USA und dem Iran unter pakistanischer Vermittlung haben keine greifbare Einigung gebracht. Laut US-Vizepräsident JD Vance fanden die Verhandlungen trotz einer Dauer von 21 Stunden mit Pausen statt, ohne dass eine Übereinkunft erzielt wurde. Fredy Gsteiger, diplomatischer Korrespondent von SRF, bietet Einblicke in die Bedeutung dieser Entwicklungen.
Fredy Gsteiger ist als diplomatischer Korrespondent und stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF tätig. Er war zudem Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».
Trotz des langen Verhandlungsmarathons blieben die Positionen beider Seiten weit auseinander, ohne dass eine Einigung in den Grundlagen erzielt wurde. Die Gespräche waren bemerkenswert, da sie direkt stattfanden und nicht wie zuvor üblich nur indirekt über einen Vermittler. US-Vizepräsident J.D. Vance äußerte vor seiner Abreise aus Islamabad, dass die USA ein letztes Angebot hinterlassen haben.
Die größten Differenzen bestehen offenbar im Bereich der Strasse von Hormus und des iranischen Atomprogramms. Der Iran scheint nicht bereit zu sein, den freien Zugang zur Meerenge von Hormus wiederherzustellen, obwohl dies sowohl von internationaler Seite als auch gemäß Völkerrecht gefordert wird. Die USA fordern einen glaubwürdigen Verzicht Irans auf die Herstellung von Atombomben und deren Mittel, einschließlich des Verzichts auf Urananreicherung und der Übergabe bereits hoch angereichertes Urans. Diese Anforderungen werden von der iranischen Führung als unverhältnismäßig kritisiert.
Ob weitere Gespräche folgen oder eine Waffenruhe weiterhin Bestand hat, hängt davon ab, ob die Beteiligten Hoffnung auf eine Einigung setzen. Pakistan als Vermittler betont das Fortbestehen der Waffenruhe. Eine nüchterne Analyse legt nahe, dass keine Seite bei einer erneuten Eskalation des Konflikts gewinnen würde.