Die Leitung des Bistums Basel steht erneut im Rampenlicht aufgrund eines Missbrauchsfalls. Wie der “Tages-Anzeiger” berichtet, wurden zwei Priester in Biel im März wegen Straftaten gegen die sexuelle Integrität gegenüber einem erwachsenen Opfer suspendiert. Dies bestätigte auch die Staatsanwaltschaft Biel-Seeland, wobei die Unschuldsvermutung für beide Männer gilt. Der Luzerner Bischof Felix Gmür erstattete im November 2025 Anzeige gegen die Priester.
Im Bistum Basel, zu dem auch die katholische Kirche in Luzern gehört, besteht seit einigen Jahren eine Verpflichtung der Bischöfe, Verdachtsfälle an die Justiz weiterzuleiten. Trotzdem bemühte sich die Basler Bistumsleitung um Geheimhaltung des Falls. Beim Informationsaustausch mit Kirchenmitgliedern aus Biel und Bern im März bat sie diese, über den Fall zu schweigen. Das Bistum Basel bestätigte zwar die Freistellung der Priester gegenüber der Zeitung, gab jedoch an, sich während des laufenden Verfahrens nicht weiter äussern zu wollen.
Im Gegensatz dazu kommunizieren Bistümer wie Chur oder Lausanne, Genf und Freiburg in ähnlichen Fällen proaktiv. Die Deutschschweizer Betroffenenorganisation IG Miku kritisiert diese Vorgehensweise scharf. Das Verbleiben der Priester im Amt über Monate hinweg stellt laut der Organisation einen potentiellen Schutzrisiko für weitere Opfer dar.
Die Zeitung führt aus, dass das rechtliche Verfahren den Prozess beeinflusst: Erst nachdem die Staatsanwaltschaft den Fall annimmt und eine erste Befragung durchgeführt hat, kann die anzeigende Partei aktiv werden. Doch auch die zurückhaltende Kommunikation des Bistums wird von der Organisation bemängelt. Nach ihrer Ansicht fördert Transparenz das Vertrauen in den Aufarbeitungswillen der Kirche und ermutigt mögliche weitere Opfer, sich zu melden.
Verwendete Quellen: Artikel “Tages-Anzeiger”, Medienarchiv zentralplus.