Ursprünglich wurde behauptet, dass nepalesische Guides Touristen krank machen würden, um teure Rettungsaktionen per Hubschrauber zu provozieren und Versicherungsbetrug im Millionenbereich zu begehen. Diese Darstellungen haben sich jedoch als falsch herausgestellt.
Es hieß, dass Einheimische in Nepal ausländischen Touristen absichtlich gesundheitliche Probleme zufügten, indem sie ihnen Medikamente verabreichten oder Lebensmittel manipulierten. Ziel sei es gewesen, teure Rettungseinsätze zu provozieren und diese mehrfach abzurechnen. Diese Berichte sorgten für Aufsehen in der Alpinisten-Community.
Nach Untersuchungen des Central Investigation Bureau (CIB), einer Spezialeinheit der nepalesischen Polizei, wurden 4782 ausländische Patienten identifiziert, bei denen Betrug vermutet wurde. Dabei sollen Helikopterrettungen vorgetäuscht und Rechnungen überhöht worden sein, um Versicherungsbetrug zu begehen. Gegen 32 Personen wurden Anklagen erhoben.
Die Vorwürfe stammen aus dem Jahr 2018, als erstmals behauptet wurde, dass Touristen unwissentlich Medikamente wie Diamox oder Backpulver in ihren Mahlzeiten erhalten hätten. Solche Symptome könnten jedoch auch bei der Höhenanpassung auftreten.
Die Anschuldigungen erscheinen fragwürdig. Studien zeigen, dass viele Trekking-Touristen Diamox freiwillig einnehmen, und Backpulver in normalen Mengen unbedenklich ist. Die Berichte bezogen sich fälschlicherweise hauptsächlich auf den Mount Everest, obwohl es sich bei den Betrugsfällen tatsächlich um Trekking-Anbieter handelte.
Die Nepal Mountaineering Association bezeichnete die Meldungen als Falschinformationen. Sie betonten, dass Rettungsaktionen im Ernstfall oberste Priorität hätten und es keine bestätigten Vergiftungsfälle gebe.
Politische Hintergründe könnten eine Rolle spielen: Die neue Regierung setzt sich gegen Korruption ein, was den Versicherungsbetrug erneut in den Fokus rückte. Ein Gesprächspartner aus Nepal merkte an, dass falsche Nachrichten oft ohne Überprüfung weiterverbreitet werden.
Ein Aspekt wurde bisher vernachlässigt: Touristen könnten medizinische Notfälle vortäuschen, um Rettungseinsätze abzurechnen. Solche Vorfälle sind nicht nur in Nepal, sondern auch in den Alpen bekannt.