Nach dem Scheitern der jüngsten Friedensgespräche haben die USA ihre Absicht verkündet, die Strasse von Hormus für iranische Schiffe und solche verbündeter Nationen zu sperren. Diese Ankündigung hat an den Rohstoffmärkten Panik ausgelöst; zum Wochenstart stieg der Ölpreis auf über 100 Dollar pro Fass – ein Anstieg um sieben Prozent.
Es ist das zweite Mal in der Geschichte, dass eine westliche Macht diese wichtige Seeroute blockiert. Von 1951 bis 1953 hatte Grossbritannien die Strasse von Hormus für den Export iranischen Öls gesperrt, was schliesslich zum Sturz der iranischen Regierung durch US-Geheimdienste führte.
Die Vorgeschichte reicht zurück ins Jahr 1909, als die Anglo-Persian Oil Company (Apoc) ein bedeutendes Ölfeld im Westen des Irans entdeckte. Dies markierte den Beginn der Erdölgewinnung durch eine westliche Firma im Nahen Osten. Mit der Zeit übernahm Grossbritannien die Kontrolle und Aktienmehrheit, was dem Land Zugang zu Öl für militärische Zwecke sicherte. Aus dieser Gesellschaft ging später die Anglo-Iranian Oil Company hervor, die letztlich zur British Petroleum Company (BP) wurde.
Die Verstaatlichung des iranischen Ölgeschäfts durch den neu gewählten Ministerpräsidenten Mohammed Mossadegh im Jahr 1951 löste Unmut aus; der Iran profitierte kaum von den erzielten Gewinnen. Mossadegh, ein Schweiz-Bezugsmann durch seine Studien an der Universität Neuenburg und die Schweizer Staatsbürgerschaft, verstaatlichte das Ölgeschäft, was als radikaler Schritt galt.
Grossbritannien reagierte mit einer Blockade der Meerenge und entsandte Kriegsschiffe in den Persischen Golf, um iranische Tanker abzufangen. Die britische Regierung erklärte die Verstaatlichung für illegal, verhängte ein Embargo und blockierte iranische Konten bei britischen Banken.
Die Blockade führte nach zwei Jahren zur finanziellen Notlage des Irans. Trotzdem hielt Mossadegh an seiner Macht fest, bis die Operation Ajax der britischen und amerikanischen Geheimdienste seinen Sturz besiegelte. Er wurde wegen Landesverrats verurteilt.
Nach dem Sturz von Mossadegh 1953 kehrten die USA das Verstaatlichungsdekret um und installierten den von ihnen unterstützten Schah Pahlavi, der bis zur Islamischen Revolution von 1979 regierte.
Diese historische Blockade hat ein tiefes Misstrauen zwischen Iran und Westen geschürt. Grossbritannien hält sich seitdem zurück, während der Iran seine Bereitschaft zeigte, wirtschaftliche Einbussen für die Unabhängigkeit zu riskieren – wie Mossadegh damals betonte.
SRF 4 News, 13.4.2026, 16:09 Uhr; liea