Eine klare Mehrheit des Kantonsrats verweigert dem Finanzdirektor Ernst Stocker ihre Zustimmung zu geplanten Einsparungen. Unterstützung erhielt diese Haltung von einem prominenten Mitglied der FDP, die sich mit den Mitte-links-Parteien verbündete.
Am Montag stand im Zürcher Kantonsrat viel auf dem Spiel. Diskutiert wurde über Bildung – oft als “einzigartiger Rohstoff der Schweiz” bezeichnet. Themen wie Zukunft und Chance dominierten die Debatte, mit dem Fokus darauf, diese voll auszuschöpfen.
Die Vorwürfe gegen die Rechte, gewerbefeindlich zu sein, kamen von Grünen-Vertreter Thomas Forrer (Erlenbach), der die wahren Gegner im Plenum benannte. Die Reaktionen darauf waren spürbar und zeigten die emotionale Hitze des Gesprächs.
Im Finale der Debatte war Domenik Ledergerber (Herrliberg) besonders empört, als er von Symbolpolitik und Signalwirkung sprach – Begriffe, die er den Verbandsfunktionären vorwarf. Ratspräsident Beat Habegger (FDP, Zürich) mahnte zur Eile, um das Gefecht der Ideen nicht zu verlängern.
Es ging schließlich darum: Sollte das Kantonsparlament den Sparplänen folgen und den Kredit für die Kantonsschule Uetikon auf 233,1 Millionen Franken begrenzen? Oder sollte es der Mehrheit der vorberatenden Kommission folgen, welche gegen Stimmen von SVP und FDP eine Erhöhung des Kredits um 45 Millionen vorschlug – um den ursprünglichen Plan mit Kantonsschule, Berufsfachschule und gemeinsamer Aula beizubehalten?
Noch vor einem Jahr hatte der Regierungsrat unter Ernst Stocker entschieden, das Projekt in Uetikon aus Kostengründen zu verkleinern. Bau einer Berufsfachschule und Aula sollten warten. Die Standortgemeinde Uetikon sowie das Bildungszentrum Zürichsee lehnten sich gegen diese Pläne auf. Eine Neuanpassung der Bau- und Zonenordnung wurde abgelehnt, betonte Gemeindepräsident Urs Mettler.
In einem Brief an den Regierungsrat wies Mettler darauf hin, dass die Gemeinde Uetikon einen finanziellen Planungsgewinn erzielen werde. Die Finanz- und Bauverwaltung nahm dazu keine Stellung. Mettler betonte zudem: Sparmaßnahmen in laufenden Projekten führen oft zu Mehrkosten.
Die überparteiliche Koalition von Seeufer-Befürwortern setzte sich auch im Parlament durch. Mit 102 zu 66 Stimmen folgte der Rat dem Antrag, Kantonsschule und Berufsfachschule gemeinsam am Seeufer zu bauen. Der Campus soll ab 2032 entstehen.
Es gab auch Abweichler wie Tumasch Mischol (SVP) und Sarah Fuchs (FDP), die das Vorhaben unterstützten.