Die jüngsten Entwicklungen im Golfkrieg, insbesondere die Seeblockade der USA unter Präsident Donald Trump, werfen Schatten auf die Weltwirtschaft. Nach dem abrupten Ende der Friedensgespräche mit Iran hat Trump eine Blockade für Schiffe eingeführt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, um die Wiedereröffnung der Strasse von Hormuz zu erzwingen – einst Transportweg für ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssigerdgases. Diese Maßnahme erschwert kurzfristig jedoch die globale Rohstoffversorgung. Der Ausbruch des Krieges hat bereits zu einem Preissprung von bis zu 50 Prozent beim Erdöl geführt, mit aktuellen Kosten von rund 100 Dollar pro Fass Brent-Rohöl. Der Preis für Flüssigerdgas hat sich seit Beginn der Auseinandersetzungen fast verdoppelt. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert einen bis zu zwei Monate dauernden Ausfall stabiler Exporte aus dem Golf, selbst nach Beendigung der Feindseligkeiten. Die Sperre könnte auf Dauer anhalten und führt zu Versorgungssorgen in Asien und Europa. Zahlreiche asiatische Staaten haben Sparmaßnahmen eingeführt; Treibstoffmangel macht sich auch an Flughäfen bemerkbar, was bei Fluggesellschaften für Alarmstimmung sorgt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht in einem Extremfall die Gefahr einer weltweiten Rezession. Er unterscheidet drei Szenarien: Ein Basisszenario prognostiziert moderate Auswirkungen, wie ein leichtes Absinken des Wachstums und eine Inflationsrate über 2 Prozent für Europa sowie ähnliche Tendenzen in den USA. Schwellenländer könnten härter getroffen werden. Mittelschwere Szenarien zeigen höhere Ölpreise an, die länger auf hohem Niveau bleiben und Lieferkettenprobleme verursachen. Die EZB erwartet bei einem mittelschweren Verlauf einen Anstieg der Erdölpreise auf etwa 120 Dollar pro Fass und ein Abklingen bis Jahresende. In Europa könnte die Wachstumsrate im dritten Quartal 2027 wieder auf das Basisszenario-Niveau von 90 Dollar zurückkehren. Für die Eurozone prognostiziert der IWF bei einem mittelschweren Szenario einen Wachstumseinbruch und eine Inflationsrate von 3,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit könnte leicht steigen. Die US-Wirtschaft könnte um 0,75 Prozentpunkte schrumpfen; die Inflation würde auf bis zu 4 Prozent ansteigen. Auch das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) sieht Risiken bei dauerhaften Störungen der Energieinfrastruktur. Ein Negativszenario könnte den Ölpreis stabil halten, den Gaspreis erhöhen und die Inflation anheizen. Die Blockade wird zu Konkurrenz um verbleibende Erdöl- und Erdgasvorräte führen; einige Tanker aus den USA ändern ihre Routen. In Asien verschärft sich die Versorgungslage dramatisch, was das amerikanische Finanzministerium zum zeitweiligen erlaubten Kauf iranischen Öls bewog. Im Worst-Case-Szenario könnte der Erdölpreis auf 110 Dollar steigen und eine Rezession nach sich ziehen. Die Inflation könnte bei etwa 6 Prozent liegen, was die Kaufkraft der Verbraucher erheblich mindert.