Die US Navy hat seit Montagnachmittag die Zugänge der strategisch wichtigen Hormuz-Straße kontrolliert. Diese Maßnahme soll nicht nur Stärke demonstrieren, sondern auch eine wirtschaftliche Kriegsführung gegen den Iran darstellen, insbesondere um dessen Ölexporte nach China einzudämmen. Die USA signalisieren damit auch an China. Die iranische Wirtschaft ist stark vom Ölexport abhängig, wobei etwa 80 Prozent des Exports in chinesisches Gebiet fließen. Indem die USA den Eingang blockieren, kehrt Trumps Ansatz das iranische Vorgehen um, bei dem bisher nur eigene und wenige ausgewählte Transporte durchgelassen wurden. Die Blockade stellt eine komplexe Herausforderung dar, da sie nicht einfach mit einigen Kriegsschiffen durchgesetzt werden kann. Es erfordert die ständige Kontrolle des Luftraums und des Seegebiets sowie das Aufrechterhalten von Eskorten und Abwehrsystemen. Die iranische Küste erstreckt sich über 2400 Kilometer entlang des Operationsgebiets, was eine strategisch starke Position darstellt. Iran verfügt seit den neunziger Jahren über ein Arsenal an Antischiffsraketenbasierend auf chinesischer Technologie. Diese können aus mobilen Einheiten abgefeuert werden, die schwer zu orten sind. Die US Navy steht vor der Herausforderung, in einem Bereich zu operieren, in dem jeder Küstenabschnitt ein potenzieller Abschussort sein könnte. Zusätzlich ist die Lage unter Wasser problematisch. Iran besitzt kleine U-Boote und unbemannte Systeme wie das „Azdhar“, eine intelligente Mine mit Sprengstoff, die schwerer zu entdecken sind in den flachen Gewässern des Golfs. Iran hat zudem tausende von Schnellbooten, die für Angriffe genutzt werden können. Die Herausforderung liegt darin, dass diese Waffen koordiniert eingesetzt werden können, was eine Bedrohung selbst für technologisch überlegene Kriegsschiffe darstellt. Die militärische Logik der Blockade zielt darauf ab, wirtschaftlichen Druck auf den Iran auszuüben und möglicherweise auch China indirekt zu beeinflussen. Die langfristige Aufrechterhaltung der Operation stellt sich als fraglich heraus. Je länger die Blockade andauert, desto größer sind die Belastungen für Personal und Schiffe sowie das Risiko von Angriffen auf Helikopter durch schultergestützte Flugabwehrraketen, die China möglicherweise liefert. Die Blockade hat bereits zu einem Rückgang der täglich nach China exportierten iranischen Ölmengen geführt und beeinflusst den gesamten Ölverkehr aus der Golfregion nach China negativ.