Nach seinem überraschenden Wahlerfolg plant Peter Magyar, die öffentlich-rechtlichen Medien in Ungarn zu reformieren. Der neue Ministerpräsident will zunächst alle Nachrichtensendungen aussetzen, um eine unparteiische Berichterstattung sicherzustellen und ein neutrales Aufsichtsgremium einzurichten. Diese Schritte sollen die sogenannte Propagandamaschinerie beenden.
Bislang ignorierten oder verleumdeten staatlich kontrollierte Medien Magyar, wie der Sender M1 während der Wahl deutlich machte. Nachdem klar wurde, dass Viktor Orban die Wahl verloren hatte, berichtete M1 über andere Themen und verzögerte die Bekanntgabe des Wahlergebnisses.
Seit Wochen nutzte M1 das Thema Kriegsgefahr als Wahlkampfmittel für den Fidesz. Dies änderte sich jedoch nach Magyars Sieg; der Sender berichtete nun neutral über den Ausgang und europäische Reaktionen. Bereits am Tag danach lud M1 Magyar zu einem Interview ein.
Magyar kündigte an, die staatlichen Kanäle grundlegend umzustrukturieren, um politischer Neutralität zu gewährleisten, ähnlich der BBC-Struktur. Der Fokus liegt auch auf der Kontrolle von Medien durch Orban-treue Personen.
Während viele private Medien Magyar diffamierten, berichtete das Portal “Index” kritisch über die Gründe für den Misserfolg des Fidesz. Diese Medien profitierten bisher von staatlicher Werbung, was Magyar als unrechtmäßig und EU-rechtsverletzend bezeichnen wird.
Magyar ist zuversichtlich, dass seine Maßnahmen das Ende der Propagandamaschinerie einläuten werden.