Ein knapper Zehner, gemessen an Sekunden und Metern, rettete vor zwei Jahren das Flugzeug der Firma Private Wings vor einem katastrophalen Absturz beim Pfannenstiel. Ein Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) offenbart die dramatischen Ereignisse. Das aus Deutschland kommende, passagierlose Flugzeug war auf dem Weg zum Flughafen Zürich, als es sich in einer kritischen Situation befand.
Nach Angaben des Sust-Berichts führte eine dreiköpfige Besatzung das Sinkflugmanöver mit aktiviertem Autopiloten durch. Plötzlich begann die Maschine jedoch unvermittelt und steil zu sinken.
Die Dornier 328-100, der Typ des Flugzeugs, erlebte ihren Erstflug im Jahr 1991 und wurde 1993 zugelassen; aktuell sind weltweit etwa 100 Exemplare in Betrieb. Private Wings setzt seit 2003 auf dieses Modell und betreibt die größte Dornier-Flotte mit neun Flugzeugen.
Das Fluggerät näherte sich rasch dem Boden, wobei es zeitweilig nur noch etwa 800 Meter über Grund flog. Obwohl die Flugsicherung alarmierte, reagierte die Crew erst nach einigen Sekunden und schaltete den Autopiloten ab, um einen Durchstart einzuleiten. Dies geschah bei einer Höhe von rund 90 Metern.
Durch dieses Eingreifen verhinderten sie das Unglück in letzter Minute: Hätte der Sinkflug weitere zehn Sekunden gedauert, wäre laut Bericht ein Aufprall unvermeidlich gewesen.
Als wahrscheinliche Ursache benennt die Sust einen Softwarefehler im Flugzeug. Das späte Eingreifen der Crew trug ebenfalls zum gefährlichen Verlauf bei.
Glücklicherweise entstand kein Schaden. Nach dem Durchstart erreichte das Flugzeug rasch wieder eine sichere Höhe und umkreiste den Flughafen in einer Warteschleife, bevor es schließlich problemlos landete. Kurz darauf absolvierte die Maschine einen weiteren Flug.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 16.4.2026, 17:30 Uhr