Mit einer Investition von einer Milliarden Franken hat die Schweiz den Covid-Impfstoff von Moderna erworben. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlichte zum ersten Mal die vollständigen Verträge mit Moderna und Novavax, wobei die Verträge mit Firmen wie Pfizer/Biontech noch geschwärzt sind. Wirtschaftsredaktorin Lucia Theiler von SRF analysierte diese Verträge.
Lucia Theiler ist bei SRF als Wirtschaftsredaktorin tätig und war zuvor Leiterin der Wirtschaftsredaktion bei der Nachrichtenagentur sda. Sie verfügt über einen Abschluss in Betriebswirtschaft. Weitere Artikel von ihr sowie persönliche Informationen finden sich auf ihrer Seite.
Die Schweiz zahlte für Moderna zwischen 32 und 35 Dollar pro Dosis, bzw. knapp 40 Dollar pro Fertigspritze. Für Novavax betrugen die Kosten 22 Dollar pro Einheit, was in Summe eine Milliardeninvestition durch den Bund ergibt. Vergleichbare Zahlen aus anderen Ländern sind nur teilweise verfügbar: Europäische Staaten zahlten für Moderna etwas weniger, während die USA etwa die Hälfte des Schweizer Preises entrichteten.
Die außerordentliche Situation der Pandemie führte dazu, dass Hersteller sich an marktlogischen Prinzipien orientierten. Kritiker merkten an, dass Moderna öffentliche Fördermittel für seine mRNA-Impfstoffe in Anspruch nahm und dennoch hohe Gewinne erzielte; zudem sei die Produktionsweise günstig.
Aus Sicht des Bundes standen Gesundheitsschutz und Vermeidung volkswirtschaftlicher Schäden im Vordergrund, was zu einer Abwägung der Güter führte. Das BAG sieht Risiken für zukünftige Verhandlungen mit Herstellerfirmen in Notlagen und verweist auf die transparent gewordenen Haftungsbedingungen.
SRF 4 News berichtete am 17. April 2026 um 06:31 Uhr.