Das Mitte-links-Lager in Italien sucht weiterhin nach einer starken Alternative zur derzeitigen Regierungschefin Giorgia Meloni. In diesem Zusammenhang erregt die parteilose Bürgermeisterin von Genua, Silvia Salis, Aufmerksamkeit und gilt als neue Hoffnungsträgerin. Ihr Bekanntheitsgrad stieg durch eine Rave-Party, die von der Stadt organisiert wurde.
Der Ausdruck «Memabile» ist in Italien aktuell ein Hit. Obwohl er weder im Treccani noch anderweitig als offizieller Begriff gilt, könnte er für Silvia Salis zu einem Schlüsselwort werden. Dieses Wort kombiniert die Idee eines Meme mit einer Endung, die auf Eignung hindeutet – es beschreibt Personen oder Inhalte, die sich ideal für Memes eignen und dadurch im Internet rasch verbreitet werden.
Berühmtheiten wie Giorgia Meloni, Silvio Berlusconi und Donald Trump wurden bereits als «memabile» bezeichnet. Auch Salis hat diesen Status erlangt, seit sie auf der Piazza Matteotti mit Tausenden Jugendlichen bei einer Rave-Party feierte. Ein Instagram-Video von diesem Ereignis verzeichnete innerhalb eines Tages über 35 Millionen Aufrufe – ein Rekord in Sichtbarkeit.
In Genua, das mit einem hohen Anteil älterer Menschen bekannt ist, betonte Salis die Notwendigkeit, der Stadt neues Leben einzuhauchen. Die Rave-Party war nicht nur ein Bekenntnis an Jugendliche, sondern auch eine Imagepflege für sich selbst. Kurz vor diesem Ereignis deutete sie in einem Interview mit Bloomberg ihre politische Ambitionen an und ließ durchblicken, dass sie bereit wäre, bei einer Anfrage von Mitte-links gegen Meloni anzutreten.
Nach dem gescheiterten Justizreferendum könnte eine Mehrheit im Parlament für das Mitte-links-Lager realistischer werden. Doch die Opposition hat Schwierigkeiten, sich auf einen gemeinsamen Kurs zu einigen. Der ehemalige Ministerpräsident Giuseppe Conte möchte als Spitzenkandidat antreten, sieht aber seine Partei hinter der von Schlein zurück.
In dieser Situation könnte Salis als unabhängige und vereinende Kraft dienen. Sie lehnt eine Vorwahl ab und wünscht sich stattdessen eine Berufung. Ihre politische Karriere begann mit dem Ende der langjährigen Herrschaft von Mitte-rechts im Rathaus von Genua und machte sie landesweit bekannt.
Ihr Image wird durch enge Vertraute wie Marco Agnoletti, ehemals Kommunikationschef für Matteo Renzi, geformt. Ihre Biografie als erfolgreiche Hammerwerferin und Sportfunktionärin verleiht ihr zusätzliches Ansehen.
Auf die Frage nach Ähnlichkeiten mit Meloni antwortete Salis lachend: «Nein, mein Name ist Silvia. Aber ja, ich bin Mutter, Christin und verheiratet. Ich erfülle alle Kriterien.» Dies war eine Anspielung auf Melonis Image als alleinerziehende Mutter.
Durch ihre Aktionen stellt Salis den strengen Ansatz von Meloni in Frage – ein Kontrastprogramm zur Rave-Party, das wiederum zu neuen Memes führte.