Die Bundesanwaltschaft hat die Untersuchung der Explosion in Illnau aufgenommen, wie nun bekannt wurde. Ende Februar führte das Vernichten von Sprengstoff auf einem Testgelände zu einer verheerenden Detonation, bei der mehrere hundert Kilogramm Material explodierten statt kontrolliert abzubrennen. Dies resultierte in einer Rauchsäule, die kilometerweit sichtbar war und einen Knall, der bis nach Zürich gehört wurde.
Schäden wurden innerhalb eines zehnkilometrigen Umkreises verzeichnet, einschließlich beschädigter Dächer, Mauern, Fenster, Türen und sogar ein Aquarium. Laut einer Antwort des Regierungsrats auf eine Anfrage der Kantonsrätin Nadja Wirth (Grüne, Pfäffikon) belief sich die Schadenssumme bis zum 5. März auf etwa vier Millionen Franken. Die kantonale Gebäudeversicherung hat bis zu diesem Zeitpunkt 165 Meldungen erhalten und prüft diese derzeit.
Die Haftpflichtversicherung des betroffenen Unternehmens ist in Verhandlungen mit der Gebäudeversicherung, um den Schaden abzudecken. Die Tamedia-Zeitungen berichten, dass an dem Unglückstag eine Firma aus Meiringen für die Sprengtechnik zuständig war.
Nachdem die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen beteiligte Personen eröffnet hatte, übernahm nun die Bundesanwaltschaft die Untersuchung wegen eines möglichen Sprengstoffdeliktes. Die Versuchs- und Schulungsanlage Tätsch gehört einer gleichnamigen Genossenschaft, an der das Forensische Institut Zürich mit 25 Prozent beteiligt ist. Zu den regelmäßigen Nutzern zählen laut Angaben das Schweizerische Polizeiinstitut und die Zürcher Polizeischule. Dem Kantonspolizei seien aus früheren Zeiten keine Unfälle oder kritische Vorfälle bekannt.