Mit einem Lolli im Geschmack von Fleischbällchen, der trotz des Namens komplett vegan ist, macht Ikea Schlagzeilen. Der Verkaufsstart ist für Juni geplant.
Das Produkt wird mit Bildern und dem Versprechen beworben, dass es den Geschmack echter Fleischbällchen nachahmt, obwohl kein Fleisch enthalten ist. Ein Sprecher von Ikea bestätigte gegenüber Nau.ch: «Der Lolli ist vollständig vegan.» Diese Tatsache löst nun Kritik aus.
Thomas Stettler, ein Nationalrat der SVP und Landwirtschaftsexperte aus dem Jura, ärgert sich über die Werbung mit Fleischbildern auf einem veganen Produkt: «Ich kritisiere das sehr stark», sagte er zu Nau.ch. Er findet es skandalös und irreführend für den Verbraucher, was zudem traditionelle Fleischprodukte vom Markt dränge.
Stettler setzt sich seit langem dafür ein, dass vegane Alternativen nicht die gleichen Namen wie ihre tierischen Vorbilder tragen dürfen. 2024 forderte er in einer Motion eine gesetzliche Präzisierung der Bezeichnungen für tierische Produkte und deren Verbot bei pflanzlichen Ersatzprodukten.
Er argumentierte: «Pflanzlicher Schinken, vegane Wurst oder Hühnchen auf Erbsenbasis stehen neben echtem Fleisch.» Im Internet finden sich solche Produkte oft unter der Kategorie «Fleisch und Fisch», was Verwirrung stiften könne.
Stettler sieht Parallelen zu diesem Fall und betont die Notwendigkeit seiner Motion, um unlauteren Geschäftspraktiken ein Ende zu setzen. Das Bundesgericht hatte 2025 entschieden, dass pflanzliche Produkte nicht mit Tierbezeichnungen wie «Poulet» gekennzeichnet werden dürfen.
Die Vegi-Marke Planted änderte kürzlich die Bezeichnung ihres Produkts von «Planted Chicken» zu «Planted Nature». Ebenso geriet eine Milchalternative in die Schlagzeilen, die mit der Aufschrift «this is not milk» («das ist keine Milch») warb. Das Bundesgericht entschied: Die Verpackung sei unzulässig.
Ikea Schweiz hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert.