Nach fünf Jahren in der Führungsposition hat sich der CEO von Air Canada aus dem Amt zurückgezogen, da er nicht über die erforderlichen Französischkenntnisse verfügt. Dieser Schritt folgte auf öffentliche Kritik, nachdem er bei einer Trauerbekundung für zwei getötete Piloten in New York fast ausschließlich Englisch benutzte.
Kanadische Politiker äußerten sich scharf gegenüber dem CEO. Premierminister Mark Carney zeigte sich besonders enttäuscht und kritisierte ihn wegen mangelndem Urteilsvermögen und Mitgefühl. Rousseau hatte zuvor eingeräumt, trotz intensivem Französischunterricht über Jahre hinweg nicht fähig zu sein, sich angemessen auf Französisch auszudrücken. Er entschuldigte sich für sein Versagen und kündigte an, seine Sprachfertigkeiten weiterhin zu verbessern.
In Kanada sind sowohl Englisch als auch Französisch seit 1969 gleichberechtigte Amtssprachen. Während fast das gesamte Land Englisch spricht, ist Französisch vor allem in einigen Provinzen verbreitet.
Air Canada, mit Sitz in Montreal, zählt zu den größten Fluggesellschaften Kanadas und ist Gründungsmitglied der 1997 ins Leben gerufenen Star Alliance. Zu dieser Allianz gehört auch die Swiss. Rousseau hatte bereits im Jahr 2021 Kritik auf sich gezogen, als er vor der Handelskammer in Montreal fast nur Englisch sprach. Der Verwaltungsrat gab bekannt, seit zwei Jahren an einem Nachfolgeplan zu arbeiten.