Crans-Montana, 28.04.2026 – 04:03
Nach der verheerenden Katastrophe von Crans-Montana hat sich der Walliser Politiker Mathias Reynard psychologische Hilfe gesucht. Eine zentrale Stütze während dieser Zeit war Alain Berset.
In einem Interview mit dem Radio Rottu Oberwallis reflektiert Reynard über die Herausforderungen, denen er als oberster Politiker des Kantons Wallis nach dem Brand am 2. Januar gegenüberstand. Die Koordination der Hilfsmaßnahmen für Familien, Spitäler und Medien fiel ihm zu. Eine wesentliche Unterstützung kam von Alain Berset, einem ehemaligen Bundesrat, dessen Hilfe Reynard lange nicht öffentlich gemacht hatte.
“Berset kontaktierte mich unmittelbar nach dem Vorfall. Schon am 2. Januar besuchte er mich zu Hause”, erklärte der SP-Politiker über seinen Parteikollegen. Berset verfüge aufgrund seiner Erfahrung in Krisenzeiten während der Pandemie über ein hohes Maß an Verständnis für solche Situationen.
Die Zusammenarbeit mit Berset entwickelte sich zu einer wichtigen Freundschaft, die sowohl privat als auch politisch von Bedeutung ist. “Seine Ratschläge und sein Beistand waren entscheidend”, betonte Reynard. Die Gespräche finden bis heute wöchentlich statt.
Besonders prägend für Reynard war der Besuch in der Bar Le Constellation kurz nach dem Brand, ein Erlebnis, das er nie wieder erleben möchte: “Die Bilder tauchten immer wieder auf.” Über Wochen fand er kaum Ruhe und suchte professionelle Hilfe. Drei Sitzungen bei einem Psychologen halfen ihm, sich zu stabilisieren.
Zur Stressbewältigung nutzte Reynard regelmäßige Mittagswanderungen als Ventil. Eine weitere Belastungsprobe für ihn war der Bergsturz in Blatten VS im Mai 2025, was die Feuerkatastrophe zur zweiten großen Krise innerhalb kurzer Zeit machte. “Es war eine sehr anstrengende Zeit”, gab Reynard zu.
Hinsichtlich der Berichterstattung nahm er einen pragmatischen Ansatz ein und las keine negativen Artikel über sich, obwohl ihm bewusst ist, dass Kritik sowohl persönlich als auch gegenüber dem Kanton bestand. “Es gibt Probleme, aber genau deshalb bin ich in der Politik”, sagte er.
Reynard widerspricht jedoch der Ansicht, im Wallis sei alles falsch gelaufen: “Ein solches Drama kann überall geschehen.”