Die andauernde Eskalation des Iran-Krieges beeinflusst weiterhin die Marktstimmung, trotz der Erwartungen an künstliche Intelligenz. Vincent Mortier, Anlagechef von Amundi und verantwortlich für eine Vermögensverwaltung in Höhe von 2,4 Billionen Euro, sieht Risiken nicht nur im Ölpreisanstieg, sondern auch bei Rohstoffknappheiten wie Helium oder Düngemitteln. Diese könnten die Halbleiterproduktion und damit das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen.
Trotz steigender Inflationssorgen halten sich Investoren an der Börse hartnäckig, getrieben von der Angst, Gewinne zu verpassen. Auch wenn Aktienindizes wie S&P 500 und Nasdaq wieder nahe ihren Höchstständen sind, warnen Anleihemärkte mit steigenden Renditen vor wirtschaftlichen Einbrüchen.
Mortier betont, dass künstliche Intelligenz zwar kurzfristige Gewinne verspricht, mittelfristig jedoch durch Arbeitsplatzverluste das Wachstum dämpfen könne. Er warnt: “KI könnte in einigen Jahren wirtschaftlich negativ sein.” Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Sozialausgaben sowie sinkende Steuereinnahmen würden die Staatsverschuldung erhöhen.
Früher galten Staatsanleihen als risikofreie Investments, heute sind sie es nicht mehr. Aktien gelten aktuell als sicherer und sind daher stark nachgefragt. Doch auch hier besteht Unsicherheit: Die wirtschaftliche Stärke hängt eng mit den Erfolgen großer US-Tech-Unternehmen zusammen.
Die Herausforderung für die “Magnificent 7” liegt in der Amortisierung ihrer KI-Investitionen, was Gewinne spürbar dämpft. Zudem bleibt unklar, welche Unternehmen langfristig dominieren werden. Mortier verweist auf Nvidia, dessen Aktienkurs stark gestiegen ist.
Die Bewährungsprobe für KI-Anwendungen steht bevor, wenn die wahren Kosten transparent gemacht werden. Der Westen unterschätzt zudem Chinas Ambitionen in der KI-Entwicklung. China bietet möglicherweise kostengünstigere Alternativen und investiert massiv in das leistungsfähigste Modell.