Aline Trede hat nach ihrem Amtsantritt in der Berner Regierung ihre Rolle als Fraktionschefin der Grünen niedergelegt. In einem Interview äussert sie sich zur aktuellen Lage ihrer Partei, die in den vergangenen Jahren Mandate verloren hat, und erklärt, dass Politik zunehmend von Konfrontation geprägt sei, während ihre eigene Enttäuschung über die SP deutlich wird.
Trede betont, dass ihr Wahlerfolg, trotz anfänglicher Zweifel ihrer Partei, ein positives Zeichen für die Grünen darstelle. Nachdem Balthasar Glättli eine Führungsposition in der Zürcher Stadtregierung übernommen hat, stellt Trede fest, dass neue Möglichkeiten für andere entstanden seien, da längere Amtszeiten im Parlament eher ungewöhnlich geworden sind.
Obwohl die Grünen seit den letzten nationalen Wahlen 2023 auf Kantonsstufe erhebliche Sitze verloren haben, sieht Trede die langfristige Entwicklung positiv. Historisch gesehen sei ihre Partei trotz Schwankungen gestärkt aus der Klimawahl 2019 hervorgegangen und habe kürzlich in mehreren Regionen wichtige Siege errungen.
Trede räumt ein, dass die SVP erfolgreich das Thema Klima als Kampfbegriff etabliert hat. Dennoch glaubt sie an eine Erholung der Grünen im kommenden Jahr und sieht es als dringend notwendig an, die Diskussion über Klimaschutz zu intensivieren.
Sie unterstreicht die Bedeutung des Themas Klimawandel in den Medien und betont, dass die Bevölkerung weiterhin für mehr Klimaschutz stimmt. Laut Trede liegt das Problem der Grünen nicht in ihren Lösungen, sondern in ihrer Kommunikation.
Der Einfluss der Schweiz im globalen Rohstoff- und Finanzwesen könne entscheidend zur Reduktion von CO2-Emissionen beitragen. Trotz Rückschlägen wie dem Scheitern der Klimafondsinitiative bleibt Trede optimistisch, da die Bevölkerung in Referenden den Bundesrat überstimmt habe.
Trotz anhaltender Herausforderungen sieht Trede das Potenzial für die Grünen, wichtige Impulse zu setzen. Die Partei konzentriere sich auf Themen wie Klima, Gleichstellung und Grundrechte. Obwohl der Anspruch auf einen Bundesratssitz weiterhin besteht, betont sie die Notwendigkeit von Koalitionen.
Zum Schluss äußert Trede Bedenken gegenüber dem Abbau des Neubauverbots für Atomkraftwerke und fordert mehr Unterstützung für erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft, um die Winterstromlücke zu schließen.