Mieter, die über längere Zeiträume in derselben Wohnung verbleiben, profitieren von deutlich günstigeren Konditionen im Vergleich zu Neumieterinnen und Neuvermietern. Dieser als «Verweilbonus» bezeichnete Effekt hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat berechnet, dass die Differenz zwischen Angebot- und Bestandsmieten landesweit auf 21 Prozent angestiegen ist; vor vier Jahren lag dieser Wert noch bei 14 Prozent.
In den Städten zeigt sich der Verweilbonus besonders ausgeprägt: In Zürich beträgt er 33 Prozent, während in Genf Mieter bis zu 58 Prozent sparen. Ursina Kubli von der ZKB erklärt, dass schon bei Mietverhältnissen von bis zu vier Jahren ein Bonus von 15 Prozent besteht. Bei über 45-jährigen Vertragslaufzeiten kann dieser auf beeindruckende 90 Prozent anwachsen.
Diese Preisunterschiede führen dazu, dass Mieter in Wohnungen verbleiben, die ihren aktuellen Bedürfnissen nicht mehr gerecht werden – etwa bei zu großen Räumen nach dem Auszug der Kinder. Oft liegt dies daran, dass die Miete für kleinere Wohnungen höher ist als die Beibehaltung des bestehenden Vertrags.
Kubli warnt jedoch davor, den Vergleich von Angebot- und Bestandsmieten allein zu betrachten: Nicht jede neu vermietete Wohnung wird auf Immobilienplattformen ausgeschrieben. Häufiger finden Mieter über persönliche Netzwerke attraktive Wohnungen – wo der Verweilbonus dann oft an Nachmieter weitergegeben wird, wie eine aktuelle Datenauswertung zeigt.
Selbst bei einem Auszug von Langzeitmietern kommt es im Durchschnitt nur in etwa einem Drittel der Fälle zu einer Mietsteigerung von mehr als 10 Prozent.