Seit über einem Jahrzehnt organisiert die Naturschutzorganisation Birdlife das Projekt «Stunde der Gartenvögel», an dem Privatpersonen und Schulklassen teilnehmen können. Ziel des Citizen-Science-Projekts ist es, in mehreren Tagen jeweils eine Stunde lang Vögel zu zählen und dabei Trends im Vogelbestand zu erkennen. Obwohl die Zählungen aufgrund von Laienbeteiligung keine repräsentative Datenbasis bieten, sind Doppelzählungen möglich und sollen vermieden werden, indem nur die höchste Anzahl gleichzeitig beobachteter Vögel pro Art notiert wird.
Die Teilnehmenden wählten einen Tag zwischen dem 7. und 10. Mai 2026 aus, um eine Stunde lang Vögel zu dokumentieren, egal ob gesehen oder nur gehört, solange die Identifikation sicher ist. Landesweit wurden mehr als 90’000 Vögel registriert, wobei der Spatz dominierte. Neben allgemein verbreiteten Arten wie Amsel und Kohlmeise konnten auch Buntspecht und Eichelhäher gesichtet werden.
Birdlife meldet positive Entwicklungen bei den Beständen von Amsel, Grünfink und Girlitz, die in den letzten Jahren unter Krankheiten litten. Der Mönchsgrasmücke gelang ein leichter Zuwachs. Im Gegensatz dazu nimmt die Zahl der Mauersegler sowie Rauch- und Mehlschwalben ab. Birdlife führt dies auf den Rückgang von Nistplätzen an Gebäuden und das sinkende Insektenangebot zurück.
Birdlife Schweiz ruft dazu auf, Gärten und Balkone naturnaher zu gestalten, um die Vogelvielfalt zu fördern. Natürliche Elemente wie einheimische Sträucher und Blumenwiesen unterstützen diese Bemühungen mehr als Einheitsrasen. Schon kleine Änderungen können einen Unterschied machen, etwa durch den Bau von Asthaufen oder das Anpflanzen heimischer Pflanzen.
Quelle: SRF 4 News, 12.5.2026