Jeder kennt den süßen Honig von Bienen, doch ihre Rolle bei der Bestäubung vieler Pflanzen ist ebenso bedeutend. Anlässlich des Weltbienentages beleuchten wir einige Fakten über Bienen, deren aktuelle Lage und was sie benötigen.
Bienen leben in Völkern bestehend aus etwa 10’000 bis 40’000 Individuen. Sie sammeln im Frühjahr Nahrungsvorräte wie Honig oder Pollen für den Winter ein. Der Honig entsteht durch die Weitergabe von Nektar zwischen den Bienen, wobei der Wassergehalt reduziert wird.
Von weltweit über 20’000 Bienenarten sind viele Wildbienen. Sie produzieren keinen Honig, sind jedoch für Natur und Landwirtschaft unverzichtbar, da sie beim Pollentransfer zwischen den Blüten Pflanzen zur Vermehrung verhelfen. Viele Wildbienenarten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert, was eine gegenseitige Abhängigkeit schafft.
Für die Landwirtschaft ist insbesondere die Honigbiene wichtig, da sie in großen Kolonien lebt und gezielt eingesetzt werden kann. Wildbienen tragen ebenfalls maßgeblich zur Bestäubung bei, sowohl von Wild- als auch Kulturpflanzen, wie der Wildbienenspezialist Lars Straub vom Institut für Bienengesundheit der Universität Bern erklärt.
Das Verschwinden von Bienen deutet oft auf ökologische Probleme hin. Da sie große Gebiete abdecken, lassen sich mit ihren Produkten Umweltverschmutzungen überwachen.
Der größte Feind europäischer Bienen ist die Varroamilbe, eine eingeschleppte Art, die als Hauptursache für das anhaltende Bienensterben gilt. „Gut ausgebildete Imker können Krankheiten jedoch gezielt behandeln“, so Straub.
Invasive Arten wie die Asiatische Hornisse stellen ebenfalls eine Bedrohung dar. Während gehaltene Honigbienenvölker besser überleben, sind wilde Populationen aufgrund der Milbe gefährdet.
In der Schweiz gibt es mehr als 600 Wildbienenarten, von denen etwa 45 Prozent gefährdet sind. Einige Arten sind bereits ausgestorben. Neben Krankheitserregern wie der Varroamilbe führen der Verlust an Lebensräumen, fehlende Blütenvielfalt, Pestizide und Klimawandel zum Rückgang.
Was Bienen benötigen, ist laut Experten eindeutig: Vielfältige Lebensräume mit blütenreichen Wiesen, Hecken und naturnahen Gärten. Weniger Pestizide und genügend Nistmöglichkeiten sind entscheidend, da viele heutige Landschaften für Insekten zu einseitig geworden sind.
Echo der Zeit, 19.5.2026, 18 Uhr