Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ermöglicht ab dem 10. April Einblicke in ihre Arbeit, indem sie im Berner Kaiserhaus das Besucherzentrum «Moneyverse» eröffnet. Dieses Projekt liegt direkt neben ihrem Sitz und bietet auf vier Etagen Einblicke in das Thema Geld aus verschiedenen Perspektiven: historisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich und persönlich.
SNB-Präsident Martin Schlegel betont die Bedeutung der Transparenz gegenüber der Bevölkerung: «Die Geldpolitik betrifft alle», daher sei es wichtig, dass das Publikum verstehe, was die SNB tut. Für den Umbau des Kaiserhauses investierte die Nationalbank einen hohen dreistelligen Millionenbetrag und für das Museum selbst einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag; zudem fallen jährlich tiefe einstellige Beträge für den Betrieb an, präzise Summen nennt Schlegel jedoch nicht. Der Besuch ist kostenfrei.
Das «Moneyverse» entstand in Zusammenarbeit mit dem Bernischen Historischen Museum und ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Tickets sind im Vorfeld über die Website zu lösen.
Die Ausstellung überrascht durch ihre spielerische Gestaltung, wie etwa einen Leitzins-Simulator, der die gesellschaftlichen Auswirkungen von geldpolitischen Entscheidungen veranschaulicht. SNB-Präsident Schlegel beschreibt die Kooperation als spannendes Zusammenspiel zwischen Notenbankern und Museumsfachleuten.
Thomas Pauli-Gabi, Direktor des Bernischen Historischen Museums, sieht in der Zusammenarbeit eine große Herausforderung: «Wir sind kreativ und experimentierfreudig, während Zentralbanken sehr risikobewusst agieren.» Nach anfänglichen Schwierigkeiten sei jedoch ein gutes Verständnis erreicht worden.
Pauli-Gabi wünscht sich von den Besuchern eine veränderte Sichtweise auf Geld. Das Museum richtet sich besonders an Schulklassen, die durch «Hosts» geführt werden. Eine Gamestation soll zudem jüngere Besucher länger für das Thema begeistern.
Quelle: Tagesschau, 9.4.2026, 19:30 Uhr