Karl Moser, einer der bedeutendsten Schweizer Architekten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, errichtete die Villa Langmatt in Baden für die Kunstsammler Sidney und Jenny Brown. Diese prachtvolle Villa ist nun ein renommiertes Museum für Impressionisten. Moser (1860–1936) arbeitete vom Historismus bis zur Moderne und lehrte von 1915 bis 1928 an der ETH Zürich, wo er junge Architekten im Bereich des Neuen Bauens förderte. Als Präsident der CIAM zwischen 1928 und 1930 war Moser eine zentrale Figur in der internationalen Architekturavantgarde. Unter seinen Werken sind das Kunsthaus Zürich, das Kollegiengebäude der Universität Zürich sowie in Basel die bahnbrechende Kirche St. Antonius und der Badische Bahnhof zu finden. In seinem Geburtsort Baden baute er zwischen 1895 und 1897 für Walter Boveri eine Villa, gefolgt von weiteren Villen für seine Firmenkollegen. Sidney Brown und seine Frau Jenny sammelten hochkarätige Impressionistenwerke. Da die bestehende Villa nicht genügend Ausstellungsfläche bot, errichtete Moser 1906 einen Galerieanbau. Bis zur Überführung in eine Stiftung blieb das Ensemble Langmatt bis 1988 im Familienbesitz. Nach der Gründung des Museums stellte sich ein finanzielles Problem: Ein zu geringes Stiftungskapital führte zu Betriebsdefiziten, die Sanierungen verhinderten. Um einer drohenden Schließung entgegenzuwirken, wurde 2020 das Konzept „Zukunft Langmatt – Juwel für alle“ von Martin Heller vorgestellt. Als Ergebnis wurde ein Teil der Sammlung bei Christie’s in New York verkauft, wobei die Versteigerung dreier Werke Paul Cézannes im Jahr 2023 für 40 Millionen Franken den Betrieb sicherte. Stadt und Kanton trugen zur Instandsetzung bei, das Architekturbüro Ernst Niklaus Fausch gewann 2021 einen Wettbewerb. Bei der Eröffnung am 9. und 10. Mai ist zu sehen, wie die Architekten vorgegangen sind: Der ehemalige Ökonomietrakt wurde erweitert und beinhaltet nun Réception, Shop und Garderoben, während eine neue transparente Konstruktion das Verwalterhaus von 1970 ersetzte. Dieser Pavillon bietet Flexibilität für Veranstaltungen. Die Sanierung der Villa behielt die originale Ausgestaltung bei Moser’scher Tradition weitgehend bei, obwohl einige Räume aus den 1920er Jahren umgestaltet wurden. Das Architekturbüro führte neue Farbfassungen ein und verlagerte Büros ins Dachgeschoss für mehr Platz. Einige ambitionierte Projekte konnten nicht umgesetzt werden, doch der Charme der Langmatt liegt in ihrem authentischen Ambiente, das Besucher wie Gäste empfinden lässt.