Die Debatte um den Bau von ober- oder unterirdischen Stromleitungen entzweit die Bevölkerung. Während Befürworter oft für unterirdische Verlegungen plädieren, argumentiert Swissgrid zugunsten einer Oberleitung zwischen Niederwil AG und Obfelden ZH aufgrund wirtschaftlicher und ökologischer Erwägungen. Das Projekt ist seit zwei Jahrzehnten in Planung und sieht 35 Masten vor, die bis zu 90 Meter hoch sind und das Stromnetz stabilisieren sollen. Die geplante Leitung würde über eine Strecke von 19 Kilometern verlaufen, ohne durch größere Siedlungen zu führen. Swissgrid begründet den Verzicht auf Unterirdischelegung mit hohen Kosten und negativen Umweltauswirkungen, da dies einen großen Betonkanal erfordern würde. Mehr als zehn Gemeinderäte sind gegen das Projekt eingetreten, darunter Stephan Troxler von Bremgarten. Sie sehen in der Leitung eine Landschaftsverschandelung und sind bereit, bis vor Bundesgericht zu gehen, unterstützt vom Rückhalt ihrer Einwohner. Guido Hufschmid, Bauer aus Niederwil, kritisiert den Mangel an öffentlicher Meinungsbildung vor dem finanziellen Widerstand gegen das Projekt. Franz Hagenbuch von Rottenschwil AG betont die Notwendigkeit der Diskussion in Gemeindeversammlungen, bevor sich Gemeinderäte entschieden positionieren. Troxler hält dagegen, dass eine Einsprache notwendig sei, um alle Aspekte des Projekts zu beleuchten. Stefan Kalberer vom Zentrum für Demokratie Aarau hebt die Schwierigkeit hervor, den Willen der Bevölkerung ohne direkte Rückmeldungen zu erfassen und bezeichnet das Vorgehen der Gemeinderäte als legitim. Er weist darauf hin, dass im speziellen Fall der Stromleitung Neutralität nicht möglich ist. Die Einsprache wird somit als notwendiger demokratischer Prozess gesehen.