Öl- und Gasheizungen sind in der Schweiz beliebter geworden, da Brennstoffe teurer werden. Doch Wärmepumpen sparen selten so viel Kosten wie erhofft.
Im Schulungszentrum von Elcotherm in Vilters im Sarganserland stehen sich zwei Welten gegenüber: Einerseits wird eine Präsentation zu Wärmepumpen gegeben, die aufgrund der Vielzahl an Faktoren wie Höhenlage und Luftfeuchtigkeit komplex ist. Andererseits repariert ein Mitarbeiter in einem Raum voller Öl- und Gasheizungen einen Brenner.
René Schürmann, Geschäftsleiter bei Elcotherm, ist überzeugt von der Zukunftsfähigkeit elektrischer Wärmepumpen im Klimaschutz. Doch noch sind alte Heiztechnologien unverzichtbar. 2025 wurden in der Schweiz rund 52.000 Heizungen verkauft, davon fast 31.000 Wärmepumpen. Der Absatz stagnierte und lag teilweise deutlich unter den Boomjahren von 2021 bis 2023, während die Nachfrage nach Öl- und Gasheizungen um über 60 Prozent stieg.
Schürmann, Präsident von Gebäude-Klima Schweiz, erinnert sich an einen Vorzieheffekt während der Ukraine-Krise. Roger Basler von Meier Tobler bemerkte damals, dass die Menschen unabhängiger von ausländischem Öl und Gas werden wollten. Doch inzwischen ist das Klimaschutzengagement nachgelassen.
Ein neuer Energiepreisschock durch den Iran-Krieg könnte jedoch die Attraktivität strombetriebener Wärmepumpen steigern, da viele Entscheidungen preisbedingt sind. Die Kosten für eine Reparatur eines Gaskessels belaufen sich auf bis zu 3.000 Franken, während ein neuer Kessel bis zu 15.000 Franken kostet. Eine Wärmepumpe kann hingegen 40.000 Franken verschlingen.
Neubauten standardisieren die Nutzung von Wärmepumpen, doch bei Renovationen gibt es oft andere Prioritäten. Zudem haben sich einige Erwartungen nach dem Boom nicht erfüllt: Die versprochenen Betriebskostenreduktionen sind kaum realistisch.
Hohe Strompreise belasten zudem die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen. Ein anhaltender Iran-Konflikt könnte diese Dynamik ändern und einen Nachfrageschub auslösen, wie Basler vermutet.
Das Interesse an Wärmepumpen steigt seit dem Jahreswechsel wieder, beeinflusst durch den Wegfall des Eigenmietwerts. Eine verstärkte staatliche Förderung lehnen viele ab, um Verzerrungen zu vermeiden, wie im Kanton Baselland deutlich wurde.
Trotz politischer Eingriffe bleibt die Schweiz ein Wärmepumpenland, wobei jedes fünfte Haus bereits solch eine Heizung nutzt. Bei der Vielfalt an Heiztechnologien betreut Elcotherm mit 400 Mitarbeitern täglich etwa 1.200 Einsätze und verbaut jährlich 500.000 Ersatzteile.