Seit vier Monaten ist ein deutsches Geschwader im nördlichen Polen stationiert, um den Luftraum gemeinsam mit polnischen Streitkräften zu sichern. Diese Zusammenarbeit zeigt Erfolge auf, hebt jedoch Schwachstellen in der Drohnenabwehr hervor, die seit dem Golfkrieg verstärkt diskutiert werden. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Malbork sind ständig Kampfjets im Einsatz, darunter sowohl polnische MiG-29 als auch deutsche Eurofighter, um den Luftraum zu überwachen und vor Bedrohungen aus der russischen Exklave Kaliningrad zu schützen.
Im September 2025 markierte ein Einfall von etwa 20 russischen Drohnen in polen Luftgebiet die gravierendste Provokation gegenüber der Nato seit dem Angriff auf die Ukraine. Als Reaktion wurde die Mission „Eastern Sentry“ ins Leben gerufen, bei der Deutschland vier Eurofighter und mehr als hundert Soldaten zur Verfügung stellte.
Generalleutnant Holger Neumann hebt den Erfolg des Einsatzes hervor: “Mit unserer Präsenz senden wir ein starkes Signal.” Die Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland funktioniere reibungslos, obwohl politische Spannungen, wie die Debatte um das EU-Programm Safe, bestehen. Trotz des Vetos von Präsident Karol Nawrocki gegen dieses Programm aufgrund möglicher deutscher Vorteile aus polnischen Rüstungsaufträgen bleibt die militärische Kooperation unberührt.
Die Luftraumüberwachung in Malbork umfasst Übungseinsätze und Bereitschaftsflüge, bei denen Alarmrotten zur Eskortierung oder Abwehr von Bedrohungen bereitstehen. Auch das russische Aufklärungsflugzeug ohne Transpondersignal wurde kürzlich abgeschirmt. Diese Ereignisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer effizienten Drohnenabwehr, da der Westen bisher keine kostengünstigen Gegenmittel wie die Ukraine besitzt.
Das Thema gewinnt angesichts des Konflikts am Golf und iranischer Angriffe an Bedeutung. Die polnische Regierung reagiert mit dem Projekt “San”, das auf Erfahrungen aus der Ukraine basiert und bis 2028 entlang der nord- und ostpolnischen Grenze eingesetzt werden soll.
Generalleutnant Neumann betont, dass trotz wirtschaftlicher Überlegungen die Abwehr von lebensbedrohlichen Drohnen Vorrang hat. Während eines Termins nutzte er den Eurofighter nicht zum Fliegen, sondern als Transportmittel zurück nach Rheinland. Die Truppe folgt per Truppentransporter Ende des Monats.