Supermärkte in Deutschland bieten nach Ostern unter anderem den Lindt-Schoggihasen zu stark reduzierten Preisen an, doch die Kunden zeigen sich desinteressiert. Die Regale sind noch voll mit Schokoladenprodukten, deren Preise um 50 Prozent gesunken sind.
Trotz der günstigen Angebote verkaufen sich die Produkte nicht gut. Der Grund: Viele deutsche Verbraucher sind unbeeindruckt von den Rabatten. Roman Sommer, Inhaber einer Sportphysiotherapie mit über 130’000 Followern auf Instagram, kritisiert in einem Video die Preissenkungen und meint: «50 Prozent – hättet ihr euch vorher überlegen können!».
Die Reaktionen im Netz sind ähnlich ablehnend. Eine Userin schreibt: «Ich habe keine Schokoladenhasen gekauft und werde auch keine zum halben Preis kaufen. Sollen sie darauf schön sitzen bleiben.» Ein anderer User fügt hinzu: «Selbst die 50 Prozent können sie behalten». Die Forderung nach einem Boykott wird laut: «Wir brauchen sie auch nicht reduziert», sagt eine Userin.
Es herrscht Kritik darüber, dass vor Ostern überhöhte Preise verlangt wurden und anschließend 50 Prozent Rabatt gewährt wurden. Diese Praxis erinnert Schweizer Konsumenten an die hohen Kosten für Osterprodukte, die sie sich nicht leisten konnten.
Schweizer Detailhändler stehen zu ihren Strategien. Mediensprecherin der Migros, Prisca Huguenin-dit-Lenoir, erläutert: «Vor Ostern wurden Aktionen durchgeführt, um den Hauptumsatz anzukurbeln. Reduzierungen nach Ostern sind etablierte Praktiken zum Abbau von Restbeständen und helfen dabei, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.» Kevin Blättler von Coop betont, dass Kunden vor Ostern von Aktionen profitieren konnten, wie etwa 30 Prozent Rabatt auf Halba-Sortimente.
Babette Sigg vom Konsumentenforum sieht in den nach Oster-Reduzierungen keine Besonderheit. Sie vergleicht diese mit anderen saisonalen Angeboten und erklärt, dass das Prinzip von Angebot und Nachfrage gilt: «Nach Feiertagen werden Produkte häufig reduziert angeboten.»
Obwohl der Bedarf nach Osterprodukten nach dem Fest abnimmt, betont Sigg, dass es keinen Grund gibt, einwandfreie Schokolade zu verschmähen. Auch die Stiftung Schweizer Tafel sammelt übrig gebliebene Osterschokolade von Grossverteilern und Herstellern im zweistelligen Tonnenbereich, um diese an Bedürftige zu verteilen.
Die Menge der gesammelten Schokolade hat nach Angaben der Stiftung leicht zugenommen. Mediensprecher Roger Biedermann erklärt: «Wir sammeln Osterschokolade oft aus Fehlproduktionen.»