Seit dem vorläufigen Ende der Kampfhandlungen herrscht Ruhe in Teilen des Nahen Ostens. Obwohl unklar bleibt, ob der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran beendet ist, zeigt sich bereits: Der Konflikt hinterlässt überwiegend Verlierer.
Donald Trump drohte kurz vor Ablauf seines Ultimatums mit drastischen Maßnahmen gegen Iran, falls die Strasse von Hormuz nicht freigegeben würde. Seine Ankündigung löste landesweit Angst und Bestürzung aus. In verschiedenen Regionen der arabischen Welt, aber auch in Iran selbst, herrschte Verwirrung über das Ausmaß der bevorstehenden Gefahr – sei es durch einen massiven Angriff oder gar einen Atomkrieg. Die iranische Führung drohte ihrerseits mit Vergeltungsaktionen.
Letztlich wurde die Apokalypse abgewendet. Trump zog seine Drohungen zurück und einigte sich auf eine zweiwöchige Waffenruhe, wodurch vorerst Ruhe einkehrte. Ab dem folgenden Freitag sollen Gespräche in Islamabad stattfinden, um einen dauerhaften Frieden zu verhandeln.
Trotz der Feuerpause meldeten Golfstaaten weiterhin Angriffe. Der von Trump und Netanjahu initiierte Konflikt wird dennoch langfristige Folgen für die Region haben. Beide Seiten behaupten, den Sieg errungen zu haben: Während Trump-Anhänger Irans Kapitulation als Erfolg ihrer Eskalationspolitik sehen, präsentiert sich das iranische Regime trotzig.
Jenseits der Propaganda steht jedoch Ernüchterung im Raum. Der Krieg, der Iran endgültig eliminieren und eine neue Ordnung schaffen sollte, scheint nur Verlierer zurückgelassen zu haben. Israel und die USA zielten auf einen Regimewechsel in Teheran, doch Trump scheint sich mit der Öffnung von Hormuz begnügen zu müssen. Ob er weitere Forderungen wie den Uran-Verzicht durchsetzen kann, bleibt offen.
Israel steht vor einem Dilemma: Es wurde klar, dass selbst mit amerikanischer Unterstützung wenig gegen Iran auszurichten ist. Teheran könnte seine Überlebensfähigkeit als Sieg werten, besonders nach jüngsten Rückschlägen.
Auch das iranische Regime sieht sich Herausforderungen gegenüber: Militärführer übernehmen die Macht in einem isolierten und zerstörten Land mit angespannten Beziehungen zu Nachbarn. Eine längere Pause ist notwendig, um die eigene Position zu festigen.
Die größten Verlierer sind jedoch Länder wie Libanon oder Irak, die von proiranischen Milizen dominiert werden. Die Golfstaaten, einst selbstbewusst und auf Wachstum bedacht, sehen sich plötzlich der Fragilität ihrer Entwicklung gegenüber. Ihre Hilferufe blieben ungehört, und Annäherungen an Iran schützten nicht vor dessen Vergeltung.
Sollte Iran Hormuz kontrollieren, wären die Golfstaaten vollständig von den Revolutionswächtern abhängig. Die Monarchien setzten auf amerikanischen Schutz, doch Trumps Krieg offenbart sowohl die Grenzen der militärischen Macht als auch die Hilflosigkeit der arabischen Führungsmächte.
Für den Nahen Osten stehen schwierige Zeiten bevor. Bleibt es bei selbstzerstörerischen Konflikten, droht eine düstere Zukunft durch Staatszerfall und Klimakrise.