Eine neue Armeepistole für die Schweiz ist im Truppentauglichkeitstest durchgefallen, was erhebliche Debatten ausgelöst hat. Diese Pistole, eine SIG Sauer P320, war vorgesehen, um das über fünf Jahrzehnte alte Modell P75 zu ersetzen und wird weltweit bereits von anderen Armeen eingesetzt.
Bereits Ende 2025 wurde bekannt, dass die P320 in der Schweiz versagt hatte. Die Kritik richtete sich schnell gegen Rüstungschef Urs Loher, der jedoch bestreitet, den Entscheid beeinflusst zu haben. Er hinterfragt selbst das Testverfahren und betont, dass subjektive Kriterien, wie die Handhabung, wenig über technische Zuverlässigkeit aussagen.
Diese Debatte offenbart eine tieferliegende Tendenz im Schweizer Selbstbewusstsein: Ein Stolz auf Eigenständigkeit bei Rüstungsbeschaffungen. Dies führte zu Schwierigkeiten auch bei anderen Projekten, wie den israelischen Aufklärungsdrohnen ADS-15, die durch spezielle Anforderungen verzögert wurden.
SIG Sauer hat zugesagt, die Kritikpunkte anzupassen und verspricht damit eine Lösung. Dennoch bleibt das Thema umstritten. Politiker wie Gerhard Pfister hinterfragen nun sogar die Finanzierung von Rüstungsprojekten. Die Diskussion zeigt auch, dass viele den strategischen Vorteil der lokalen Produktion übersehen: SIG Sauer plant die gesamte Fertigung in die Schweiz zu verlagern, was im Krisenfall entscheidend sein könnte.
Im Gegensatz dazu ziehen andere Unternehmen ins Ausland um. Saltech AG und Swiss P sind Beispiele für solche Firmen, die bereits Schritte in diese Richtung unternommen haben. Der Bund prüft nun Möglichkeiten, dies zu verhindern, da Rüstungsunternehmen zunehmend Teil der nationalen Verteidigungsfähigkeit werden.
Loher betont daher, dass neben dem Truppentauglichkeitstest auch die langfristige Versorgungssicherheit entscheidend sein muss. Dieser strategische Aspekt wird oft übersehen, ist aber zentral für die Wahl neuer Waffensysteme.