Zuerst geriet Donald Trump in Konflikt mit Papst Leo und dann durch eine religiös konnotierte KI-Illustration selbst in Erklärungsnot. Entsteht hier bewusst Aufmerksamkeit, um vom Iran-Konflikt abzulenken?
In dem Bild liegt ein kranker Mann auf einem Bett. Präsident Trump legt ihm seine rechte Hand auf die Stirn, während goldenes Licht von seinen Händen ausgeht. Eine Krankenschwester blickt voll Hoffnung zu Trump als Heiler empor, und links im Bild betet eine Frau. Über der Szene schweben Figuren, die an Engel oder Soldaten erinnern. Trump trägt ein Gewand, das an Darstellungen von Jesus Christus erinnert.
Die mit KI generierte Illustration evoziert unmissverständlich eine moderne, kriegsgeladene Jesus-Darstellung. Der Präsident jedoch sah es anders: „Ich dachte, es stelle mich als Arzt dar“, verteidigte sich Trump. Das Bild, das er auf Truth Social teilte, erschien ihm im Sinne des Roten Kreuzes interpretiert worden zu sein.
Trump wies die Unterstellung zurück, er habe sich bewusst als Jesus inszenieren wollen, und sagte, nur Fake News würden dies behaupten. Er machte diese Aussage während eines Interviews im Oval Office, in dem ihm gerade Hamburger von McDonald’s serviert wurden. Ursprünglich wollte Trump über eine Steuerbefreiung für Trinkgelder sprechen – daher hatte er Essen ins Weiße Haus bestellen lassen.
Die Diskussionen drehten sich jedoch um seine jüngste Social-Media-Aufregung: Das Bild sei Ausdruck seiner Fürsorge für die Menschen, sagte Trump. „Ich mache die Leute gesund.“ Diese Interpretation fand jedoch keinen Anklang bei christlichen Kreisen, wo schnell der Vorwurf der Blasphemie laut wurde.
Megan Basham, eine konservative protestantische Autorin, sprach von einer „unverschämten Gotteslästerung“ und forderte Trump auf, den Beitrag zu löschen und um Vergebung zu bitten. Riley Gaines, eine katholische Podcasterin, kritisierte ebenfalls: „Ein wenig Demut würde ihm gut tun“, schrieb sie. Michael Knowles, ein weiterer konservativer Podcaster, erklärte, es sei sowohl spirituell als auch politisch im Interesse des Präsidenten, das Bild zu entfernen.
Tatsächlich löschte Trump den Beitrag dann auch, wie die „Washington Post“ berichtete. Dies geschah während einer Sitzung seiner Kommission für Religionsfreiheit mit mehreren christlichen Führungspersönlichkeiten. Er erklärte gegenüber CBS News: „Ich tue das normalerweise nicht gern. Aber ich wollte keine Verwirrung stiften.“
Es ist nicht die erste Kontroverse um eine KI-generierte Darstellung des Präsidenten. Kurz nach Papst Franziskus’ Tod hatte er sich selbst als Papst illustrieren lassen. Auch seine jüngste Auseinandersetzung mit dem Papst, den er als „schwach im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik“ bezeichnete, löste Empörung aus.
Trump hat zuletzt viel Unmut durch seine Social-Media-Posts hervorgerufen – begonnen mit seiner Drohung gegen die iranische Zivilisation. Rückblickend sah er darin kein Problem, da es „Teheran an den Verhandlungstisch gebracht“ habe. Für seine Attacken auf den Papst und das Jesus-Bild entschuldigte er sich jedoch nicht.
Trump hat besonders durch seine Angriffe auf den Papst einige seiner Unterstützer verwirrt. Manche vermuteten, er wolle vom Iran-Krieg ablenken. Rod Dreher, ein orthodoxer Christ, äußerte gegenüber dem „Wall Street Journal“, dass es für einen Politiker keinen Nutzen biete, sich mit dem Papst anzulegen.
Das ist schwer zu bestreiten – vor allem da der erste in den USA geborene Papst besonders im Landesinneren geschätzt wird. Eine Umfrage von September 2025 ergab, dass 84 Prozent der US-Katholiken positiv zum Papst eingestellt sind. Diese Wählergruppe war für Trumps Wahlsieg 2024 entscheidend, obwohl er nicht gerade als gottesfürchtig bekannt ist. Er gewann zwischen 55 und 59 Prozent ihrer Stimmen – mehr als jeder andere republikanische Kandidat seit den 1970er Jahren.
Trump profitierte auch von seinem Attentatsüberleben während der Wahlkampagne 2024, nachdem er einen Schuss am Ohr abbekommen hatte. Für viele Anhänger wurde er dadurch zur Art Auserwählten, wie Trump selbst schrieb: „Gott allein hat das Undenkbare verhindert.“ Fans reagierten mit Zeichnungen von Jesus, der die Kugel aufhielt.