In Tschechien erreichen nach der Kür fast dieselben Läufer das Podest wie vor sechs Wochen bei den Olympischen Spielen in Mailand. Der entscheidende Unterschied: Ilia Malinin, der sich selbst als “Quad God” bezeichnet, gewinnt die Goldmedaille zum dritten Mal in Folge.
In der Wertungstabelle bleibt kurzzeitig die 4 vor dem Axel stehen, was Fragen aufwirft: Hat Malinin den Sprung doch gewagt? Selbst die Richter sind sich unsicher. Doch auch ohne das riskante Manöver ist nach vier Kür-Minuten klar: Der “Quad God” erobert Gold bei der WM.
Malinin lässt die Niederlage von Mailand hinter sich, wo er vom ersten Platz im Kurzprogramm auf Rang acht abstürzte. Er beginnt angespannt, zeigt dann aber den Vierfach-Lutz mit einer Euler- und Dreifach-Salchow-Kombination und lächelt. Mit Leichtigkeit folgt der Vierfach-Salchow-Dreifach-Axel, und er begeistert das Publikum mit einem Rückwärtssalto auf einem Bein.
Mit fünf Vierfachsprüngen erreicht Malinin 329,40 Punkte und übertrifft seine Konkurrenz deutlich. Yuma Kagiyama aus Japan, der den zweiten Platz belegt, liegt mehr als 20 Punkte zurück. Der Schweizer Lukas Britschgi bleibt auf Rang neun, während Genrikh Gartung aus Deutschland den letzten Platz einnimmt.
“Ich wollte die Welt des Eiskunstlaufs erleben und mich einfach treiben lassen”, sagt Malinin nach der Siegerehrung. Er prägt seit Jahren das Tempo des modernen Eiskunstlaufes mit seinen innovativen Elementen.
Bereits mit 17 steht er den ersten Vierfach-Axel in einem Wettbewerb, verzichtet jedoch auf diesen Sprung in Prag, um sich zu konzentrieren. Seine Disziplin und sein Training von bis zu 25 Stunden pro Woche geben ihm einen Vorteil.
Seine Eltern brachten die sowjetische Eiskunstlaufschule mit harten Trainingsmethoden in die USA. Auch seine Schwester Elli Beatrice tritt nun bei amerikanischen Wettkämpfen an.
16 der 24 WM-Läufer wurden von ehemaligen sowjetischen Trainern betreut. Malinin sieht seinen Prager Auftritt als “Neustart” für die nächsten vier Jahre und plant, Musik zu hören und Eisshows zu besuchen, um seine Olympiagold-Träume wahr werden zu lassen.
Yuma Kagiyama zeigt in der Kür eine sanfte Leichtigkeit, die ihm erneut den zweiten Platz sichert. Er bleibt Malinins stärkster Rivale.