Die Snooker-Weltmeisterschaft in Sheffield hält Fans mit dem Traum eines Maximum Breaks in Atem, jener legendären Serie von 147 gelochten Bällen. Kein Spieler erreicht diese Leistung so oft wie der britische Altmeister Ronnie O’Sullivan. Das Maximum Break ist im Snooker das Äquivalent zu seltenen Sportwundern anderer Disziplinen: ein Hattrick im Fußball oder ein perfekter Neun-Darter im Darts.
Ein ‘Break’ beschreibt eine Serie ohne Unterbrechung gelochter Bälle in einer Aufnahme. Um das Maximum zu erzielen, müssen 36 Kugeln nach einem spezifischen Muster gelocht werden: 15 rote (je ein Punkt), dann die schwarze (sieben Punkte) und schließlich die sechs Farbkugeln (Gelb, Grün, Braun, Blau, Pink, Schwarz). Seit Samstag sorgt das 147er-Break im Crucible Theatre in Sheffield erneut für Aufsehen. Titelverteidiger ist der Chinese Zhao Xintong; zu den Hauptkonkurrenten zählt Ronnie O’Sullivan, der mit 17 offiziellen Maximum Breaks Spitzenreiter ist und seine Erfolge bereits bei Weltmeisterschaften 1997, 2003 und 2008 feiern konnte.
O’Sullivan teilt sich die Rekordzahl von WM-Maximum-Breaks mit dem ehemaligen Profispieler Stephen Hendry aus Schottland. Beide haben jeweils sieben Weltmeistertitel gewonnen, was O’Sullivans Bestreben erklärt, bei der aktuellen Meisterschaft seine Konkurrenten in beiden Kategorien zu übertreffen.
Das erste Maximum Break wurde 1982 von Steve Davis erzielt; das erste 147er-Break an einer WM folgte ein Jahr später durch Cliff Thorburn. Seitdem hat sich die Zahl stetig erhöht: Von zwei im Jahr 1988 bis auf 25 in einem kürzlichen Turnierjahr, mit bereits acht Breaks verzeichnet in dieser Saison.
Diese Häufung lässt sich durch die steigende Anzahl an Turnieren und das verbesserte Können der Spieler erklären. Fast jeder Top-100-Spieler scheint nun ein Maximum Break erreichen zu können. Der Aufstieg chinesischer Talente hat den Snooker-Trend in ihrem Land weiter verstärkt, wodurch die britische Dominanz zunehmend herausgefordert wird. Von 32 Spielern im Hauptfeld der WM kommen 18 aus Großbritannien und 11 aus China.
Die Bedeutung des Maximum Breaks hat dazu geführt, dass Spieler sich gezielt darauf vorbereiten. Neben dem Ansehen ist auch die finanzielle Prämie gestiegen: Von einem Auto als Sponsorprämie zu 40.000 Pfund Bonus bei der aktuellen WM. Bei einer perfekten Leistung profitieren sogar die Zuschauer: Beim Finale werden bis zu 100.000 Pfund verlost.
Die Herausforderung eines Maximum Breaks bleibt unvermindert hoch. Es erfordert technische Meisterschaft, sowohl langsame als auch schnelle Stöße und ein präzises Spiel über Bande aus allen Lagen. Ronnie O’Sullivan stellte bei der WM 1997 mit seinem schnellsten jemals gespielten Maximum Break in fünf Minuten und acht Sekunden sein Können unter Beweis, was ihn weiterhin als Legende festigt.
Obwohl er kürzlich einen Rekord mit einem ‘153er’ Break aufgestellt hat, bleibt die 147 der Maßstab des Snookers, ein Zeugnis für technische Präzision und Nervenstärke.