In der Gemeinde Vechigen, die zehn Kilometer von Bern entfernt liegt, ist der frühere Finanzverwalter wegen des Verdachts auf Millionenbetrug vor Gericht gestellt worden. Céline Perreten, Staatsanwältin für Wirtschaftsdelikte, erläutert: „Er soll vorgegeben haben, Darlehensverträge im Namen der Einwohnergemeinde abgeschlossen zu haben und hat dazu vermutlich Unterschriften und Dokumente gefälscht.“ Des Weiteren wird ihm vorgeworfen, sich ohne Erlaubnis Zugriff auf das Onlinebanking der Gemeinde verschafft zu haben. Die Anklage umfasst auch mögliche ungetreue Amtsführung, wiederholten betrügerischen Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage und mehrfache Urkundenfälschung.
Das gestohlene Geld soll der Mann für private Börsengeschäfte verwendet haben. Zudem habe er Schäden, die er selbst verursacht hatte, kompensiert. Laut Perreten ergibt sich daraus ein Deliktsbetrag, der deutlich über den offenen Schaden von vier Millionen Franken liegt.
„Es gibt mehrere Geschädigte“, so Staatsanwältin Perreten. Neben anderen Gemeinden seien auch Versicherungen betroffen. Die genaue Anzahl nennt sie nicht. Fest steht jedoch, dass die Gemeinde Ittigen zu den Geschädigten zählt: Sie hatte Vechigen Ende 2021 ein Darlehen von vier Millionen Franken gewährt, welches der Finanzverwalter eigenmächtig aufgenommen und mit gefälschten Unterschriften des Gemeinderats abgeschlossen haben soll.
Céline Perreten gibt keine Details zu den Anträgen der Staatsanwaltschaft preis. Sie erwähnt lediglich: „Wir haben vor dem Kollegialgericht angeklagt, was bedeutet, dass wir eine Haftstrafe von mehr als zwei Jahren anstreben.“ Der Prozess am Wirtschaftsstrafgericht ist noch nicht terminiert.
Ermittlungen zu Handlungen vor 2011 wurden eingestellt; sie gelten als verjährt.