Die politische Brisanz des Falles um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist weiterhin hoch. In Ende Januar veröffentlichten Akten tauchen Namen einflussreicher Personen aus Politik, Wirtschaft und Königshäusern auf.
Jeffrey Epstein, der 2019 wegen Prostitution, Menschenhandels und Vergewaltigung Minderjähriger angeklagt wurde, starb am 10. August 2019 in seiner Zelle. Ein Schuldspruch kam nicht zustande. Bereits 2008 stand er vor Gericht und erhielt nur eine Haftstrafe von 13 Monaten.
Das Justizministerium veröffentlichte Ende Januar Millionen Dokumente aus Epsteins Nachlass, die Verbindungen zu mächtigen Personen aufzeigen. Unter ihnen sind Elon Musk, Bill Gates, Bill Clinton, Prinz Andrew und andere.
Epstein wurde 1953 in New York geboren und gründete 1982 die Firma J. Epstein & Co., spezialisiert auf Geldanlagen für Milliardäre. Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass die Akten gegen Donald Trump verwertbares Material enthalten, bleibt der Fall politisch heikel.
Im Wahlkampf versprach Trump Transparenz, distanzierte sich jedoch nach seinem Amtsantritt davon. Die Justizministerin Pam Bondi stand unter Druck, als bekannt wurde, dass Trumps Name in den “Epstein files” auftauchte. Im Juli beantragte sie vor Gericht die Teilfreigabe geheimer Unterlagen.
Nach der Veröffentlichung im Januar berichteten Medien über kurzzeitig online gewesene Dateien zu Flügen Donald Trumps mit Epsteins Flugzeug, die dann gelöscht wurden. Ghislaine Maxwell, Epsteins ehemalige Partnerin, wurde 2021 schuldig gesprochen und sitzt eine 20-jährige Haftstrafe ab.
Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche besuchte Maxwell im Juli 2025. Dabei sagte sie aus, dass sie Trump nie in einer unangemessenen Situation gesehen habe. Ihre Anwälte kritisieren dies als Sündenbockstrategie.
Bill Clinton wird vor dem Kongress aussagen, Peter Mandelson zog sich von politischen Ämtern zurück, und die britische Kronprinzessin Mette-Marit entschuldigte sich nach Bekanntwerden ihrer Kontakte zu Epstein. Prinz Andrew gab 2025 alle royalen Titel auf und musste aus dem Anwesen des Schlosses Windsor ziehen.
Die Veröffentlichung der Akten zeigt ein weitverzweigtes Netzwerk, doch nicht jeder Kontakt bedeutet Beteiligung am Missbrauchssystem. Die Justiz kündigte an, vorerst keine neuen Anklagen zu erheben.