Die Leiche einer Frau wurde zu Jahresbeginn in ihrer Wohnung gefunden, wo sie bereits mehrere Monate verstorben war, berichtet die “Luzerner Zeitung”. Die etwa 60-jährige hatte einen Beistand. Melanie Setz, Sozialdirektorin von Luzern, äusserte sich zum Vorfall.
Seit September 2024 leitet die SP-Stadträtin Melanie Setz die Sozial- und Sicherheitsdirektion in Luzern. In einem Gespräch mit SRF News erklärte sie: “Dieser Fall hat uns tief erschüttert, vor allem da wir eine Fürsorgepflicht hatten. Wir haben schnell externe Experten eingesetzt, um die Ursachen zu untersuchen.”
Es wird vermutet, dass die Frau über Monate unbemerkt in der Wohnung lag. Melanie Setz erläuterte: “Einmal jährlich ist ein persönlicher Kontakt vorgesehen. Die Luzerner Staatsanwaltschaft klärt nun den Todeszeitpunkt und -ursache ab.”
Die letzte Kontaktaufnahme durch die Beistandschaft konnte sie nicht präzisieren: “Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch keine Fehler feststellen. Eine genaue Aufarbeitung ist entscheidend, um mögliche Versäumnisse aufzudecken und Massnahmen zu ergreifen.”
Hinsichtlich der Nachbarn meinte sie: “Vielleicht hatte die Frau wenige soziale Kontakte. Daher haben Nachbarn nichts bemerkt.” Setz betonte, dass solche Fälle in Luzern äusserst selten seien.
“Um zukünftig solche Vorfälle zu verhindern, ist die Aufarbeitung unverzichtbar. Wir müssen prüfen, ob Anpassungen der Prozesse oder andere Massnahmen notwendig sind,” führte sie aus.
Zur Bekämpfung von Einsamkeit und Anonymität sagte Setz: “Einsamkeit betrifft viele Altersgruppen. Wir fördern präventive Maßnahmen durch Veranstaltungen, Beratung und Betreuungsangebote sowie Nachbarschaftshilfe, um soziale Kontakte zu stärken.”
Das Interview führte David Kunz im Regionaljournal Zentralschweiz am 01.05.2026 um 17:30 Uhr.